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Landeskirche verzichtet auf Schuldenmachen
Anders als der Staat habe die Landeskirche ihre Finanzen in Ordnung gebracht, um spätere Generationen nicht einzuschränken, sagte Oberkirchenrat Claus Meier. Er räumte ein, dass Anfang der neunziger Jahre auch die Kirche „vom Bazillus des Zeitgeistes angesteckt“ worden sei. Die damals angehäuften Bankkredite in Höhe von rund 90 Millionen Euro seien jedoch innerhalb von elf Jahren „in einer wahren Kärrnerarbeit“ abgebaut worden.
Wegen vieler Unsicherheiten müsse ein weitsichtiges Finanzkonzept Grundlage kirchlicher Vorsorge sein. Es sei mehr als fraglich, ob die Mitglieder-Stabilität der Landeskirche auf Dauer erhalten bleibe. Er gehe eher von einer Schrumpfung des evangelischen Bevölkerungsanteils in Bayern aus. Auch die demographische Entwicklung sowie Steuerreformen könnten Meier zufolge zu einem rückläufigen Kirchensteueraufkommen führen.
"Banken sind für die Gesellschaft da, nicht die Gesellschaft für die Banken"
Kritisch äußerte sich der landeskirchliche Finanzexperte zum Verhalten des Staates nach der großen Wirtschaftskrise. Wer mehr als zwei Jahre brauche, um neue Regelmechanismen aufzustellen, der habe die politischen Gestaltungsmöglichkeiten nicht genutzt. Meier mahnte langfristige Strategien an und kritisierte unter anderem das Zerreden des Verbots für Leerverkäufe.
Von den Ökonomen erwartet der Finanzexperte künftig mehr Demut. „Banken sind für die Gesellschaft da, nicht die Gesellschaft für die Banken, wie wir es gegenwärtig erleben.“ Die Landeskirche mache keine Kapitalmarktgeschäfte mit Banken, die staatlich subventioniert seien, so Meier.
Quelle: epd

