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Landesbischof predigt zum Auftakt der "Gebetswoche für die Einheit der Christen"

Das Logo des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK)

Der Glaube berührt, bestärkt und verwandelt den Menschen, gleichgültig, welcher Konfession er ist, ob evangelisch oder katholisch. Der Glaube schweißt die Menschen zusammen zu einer in sich ruhenden Einheit, die offen ist für alle und alles Andere.
Dem „Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK)“ (engl. „World Council of Churches), der sich am 23. August 1948 in Amsterdam gegründet hat, als zentrales Organ der ökumenischen Bewegung gilt und weltweit aktuell 349 Mitgliedskirchen in über 120 Ländern zählt, ist diese Botschaft, dieses Bewusstsein wichtig. Deshalb ruft der ÖRK stets vom 18. bis 25. Januar 2012 in unseren Breitengraden zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ auf.

Im Mittelpunkt dieser „Gebetswoche“ stehen besondere ökumenische Gottesdienste, die sich in ein jeweiliges Jahresthema betten: „Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an Jesus Christus“ (1. Korinther 15, 51-58) lautet dieses Thema für 2012. Vorbereitet wurde die Woche dieses Jahr von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Römisch-katholischen Kirche, der Orthodoxen Kirche sowie der alt-katholischen Kirche und den protestantischen Kirchen Polens.

"Sich auf einen Wettbewerb einlassen und dabei auch etwas abgeben"

Die polnischen Christen haben dabei grundsätzlich über die Themen „Sieg“ und „Niederlage“ nachgedacht, auch mit aktuellem Blick auf die diesjährige Fußballeuropameisterschaft, die in Polen und der Ukraine ausgetragen wird. Vor allem jedoch mit Blick auf ihr Land, deren Geschichte gekennzeichnet war und ist von dramatischen Veränderungen und Verwandlungen – von Siegen und Niederlagen. „Die Erfahrung von Unterdrückung und staatlicher Teilung einerseits und das beständige Streben nach Überwindung jeglicher Sklaverei und der Wunsch nach Freiheit andererseits bestimmen den Blick der Polen auf die eigene Geschichte“, so steht es in der Einführung zum Jahresthema der „Gebetswoche“ dokumentiert.

Siegen und Verlieren haben im ersten Moment vielleicht nicht soviel mit Einheit zu tun, lassen eher den Gedanken an Konkurrenz und damit eher an ein Gegeneinander, als an ein Miteinander denken. Eine weiter gehende Reflektion der Thematik könnte aber zutage fördern, dass Einheit „nicht nur eine ,behagliche‘ Idee von Freundlichkeit und Zusammenarbeit“ ist, so die Autoren der thematischen Einführung zur „Gebetswoche“: Einheit „erfordert vielmehr auch den Willen, sich auf einen Wettbewerb einzulassen und dabei auch etwas abzugeben“ – damit Harmonie nicht in Stillstand ausartet und damit zur Fassade wird, damit Beweglichkeit erhalten bleibt, die Menschen für eine Sache kämpfen können, ohne sich gegenseitig destruktiv zu bekämpfen und das Erreichte des anderen anzuerkennen – ohne sich gegenseitig destruktiv anzuneiden: „Wir müssen uns im Geben und Nehmen füreinander öffnen.“

Landesbischof Bedford-Strohm: Eröffnungspredigt am 18. Januar im Münchner Dom Zu Unserer Lieben Frau

Eine Herausforderung, welche die Menschen aber nicht alleine bewältigen müssen – die Kraft des Glaubens kann dabei helfen. Dafür stehen die acht Tage der Gebetswoche, die auch in Bayern groß gefeiert wird: Die Eröffnungspredigt im ökumenischen Gottesdienst am Mittwoch, 18. Januar, im Münchner Dom Zu Unserer Lieben Frau, hält Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Foto oben). Der Gottesdienst mit unserem Landesbischof beginnt um 19 Uhr.

Weitere Informationen zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ gibt es hier!
Materialien zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ gibt es hier!