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Ausdruck gelebten Glaubens - Landesbischof feiert mit Muslimen Advent

Erstmals hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm Islamvertreter aus ganz Bayern zu einer Adventsfeier ins Landeskirchenamt nach München eingeladen. Neben über 40 Imamen und Vertretern von Moscheegemeinden war auch der türkische Generalkonsul Eris Hidayet der Einladung gefolgt.

Nicht nur ein gesellschaftlicher Empfang

Er sehe diese Adventseinladung als eine Gegeneinladung zu den vielen Einladungen zum Iftar-Essen während des Fastenmonats Ramadan, die ein Landesbischof jedes Jahr erhält, so Bedford-Strohm. Das gemeinsame Essen im Ramadan oder im Advent sei keinesfalls nur ein Empfang im gesellschaftlichen Rahmen, sondern Ausdruck gelebten Glaubens. Es sei außerdem ein Zeichen der Verbundenheit zu muslimischen Freunden. Freunden, denen er gerne mitteile, was seine Religion präge, betonte der Landesbischof. "Das ist keine Verwischung von Unterschieden", so Bedford-Strohm, sondern lebendiger Dialog.

Freude des Glaubens

In seiner Begrüßung sagte Landesbischof Bedford-Strohm: „Mit unserer heutigen Einladung wollen wir Sie teilhaben lassen an der Freude unseres Glaubens. Seit Jahrhunderten feiern wir Christen das Weihnachtsfest. Wir feiern die Geburt des Menschen, den Sie, liebe Muslime, als den Propheten Isa kennen und den wir Christen Jesus nennen, unsren Erlöser. Dem Weihnachtsfest geht eine Zeit der Vorbereitung voraus, eine Zeit der Einkehr und der Besinnung: der Advent, die Zeit, in der unser Herr kommt.“

Der Landesbischof machte deutlich, dass der Islam für ihn fest zu Deutschland gehöre. "Deswegen spreche ich auch nicht von muslimischen Gästen." Das immer bessere Miteinander von Muslimen und Christen bringe auch mit sich, dass sich junge Christen und Muslime "kennen lernen, lieben lernen und zusammen leben möchten." Hier Wege zu finden sei nicht einfach, aber "doch ein gutes Zeichen". Erneut drückte Heinrich Bedford-Strohm sein Mitgefühl für die Familien der durch rechtsradikale Terroristen getöteten türkischen Mitbürger aus. Dies habe ihn "im Herzen" sehr betroffen gemacht. Christen und Muslime müssten sich gemeinsam gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung stark machen.