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"Wie ein Fels, der in keiner Situation in deinem Leben wegbricht"

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wünscht ein frohes neues Jahr!

Das neue Jahr ist gerade einmal wenige Stunden alt, da gibt es auch schon eine Premiere zu vermelden: Heinrich Bedford-Strohm hat seine erste Neujahrsansprache als Landesbischof gehalten und den Menschen einen überaus Mut machenden Auftakt für das neue Jahr bereitet - am Sonntag, 1. Januar 2012, gestaltete der neue Landesbischof die Predigt im Neujahrsgottesdienst in der Bischofskirche St. Matthäus in München.

Die Jahreslosung 2012 "Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig" aus dem 2. Korintherbrief des Paulus diente Bedford-Strohm als Basis für seine Predigt. Dabei kritisierte er den gesellschaftlich allgemeingültigen Begriff eines allzu materiell orientierten "Leistungsträgers", der, je mehr er leistet und je höher er verdient umso wahrscheinlicher und besser überlebt; das reduziere menschliche Stärke aufs kalte Kalkühl des bloßen Funktionierens. "Wer sich selbst als Leistungsträger sieht, entwertet oft genug die Existenz anderer", so Bedford-Strohm. "Und das zuweilen selbst da, wo die anderen mindstens genauso viel Leistung bringen wie derjenige, der sich selbst für den Leistungsträger hält."

Die Neujahrspredigt von Landesbischof Bedford-Strohm im Original-Wortlaut lesen Sie hier!

(c) iStockPhoto / pixhookLeistung würde oft auch über die Höhe des Einkommens definiert, der Begriff des "Leistungsträgers" teile die Menschen in Kategorien ein, begünstige ungesunde Schwarz-Weiß-Denke. "Gegenüber solchen Einteilungen", unterstrich Bedford-Strohm, "hat der Zuruf eine heilsame Wirkung: Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig! Hör' auf, dich über deine eigene Leistung zu definieren! Hör' auf, andere nach ihrer Leistung zu beurteilen! Gott schaut nicht auf das, was du leistest, auf das, was du gesellschaftlich darstellst, auf die Höhe deines Bankkontos und noch nicht mal darauf, ob du dich häufiger anständig als unanständig verhalten hast. Nein, Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig!"

Wer diese Worte aus der Jahreslosung in seine Seele sinken ließe, wer begreife, dass Gott immer da ist, dass dessen Kraft "bis in die tiefsten Tiefen" reiche, selbst denjenigen trage, der innerlich "ganz unten" am Grunde seiner Seele kauere - der, so sagte der Landesbischof, "sieht die Welt mit neuen Augen: Deinen Selbstwert, dein ganzes Selbstverständnis auf deine Leistung zu bauen, heißt, dein Haus auf Sand zu bauen. All deine Errungenschaften nützen dir am Ende nichts. Aber auf die Kraft, die in den Schwachen mächtig ist, auf die kannst du wirklich bauen. Die ist wie ein Fels, der in keiner Situation in deinem Leben wegbricht. Sie macht dich frei. Sie macht dich froh und sie öffnet dein Herz für die anderen."

"Das Land gut leben, ohne die Umwelt zu zerstören"

Die Besucher in St. Matthäus lauschten gespannt diesen kraftvollen, leidenschaftlichen Worten Bedford-Strohms, durch die der Landesbischof seine Zuhörern mit einem Lebensblick und Ausblick voller Zuversicht als Start ins neue Jahr beschenkte. Dabei ermunterte er die Menschen gleichwohl nicht nur zur persönlichen Bestandsaufnahme innerer Reichtümer. Er registrierte auch - ohne jegliche Schönrederei - das bisher Erreichte etwa mit Blick auf unser Verhältnis zur Natur. "Es gibt viel zu tun, noch sind massive Widerstände zu überwinden", betonte der Landesbischof. "Aber das in den vergangenen Jahren bei uns entstandene Wissen und Können ist eine Riesenressource dafür. Was wir heute brauchen, ist ein neues ökologisches Wirtschaftswunder.

(c) iStockPhoto / James BreyWir haben die besten Ingenieure der Welt. Wir haben kreative Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir haben Beschäftigte, die zuverlässig und kompetent arbeiten. Und wir sind mit einem Wohlstand gesegnet, der beherzte Zukunftsinvestitionen ermöglicht. Ich bin überzeugt: Wir können in Deutschland anderen in der Welt zeigen, dass es geht, als Land gut zu leben, ohne die Umwelt zu zerstören." In diesem Sinne könne ein jeder sich die neue Jahreslosung "über dein Bett, an deinen Kühlschrank oder neben deinen Schreibtisch hängen" - weil sie Mut mache, "über die eigene Schwäche, Fehler und Scheitern hinauszusehen." Und weil sie dieses Wissen untermauere: "Wir können uns auf den verlassen, in dessen Hand wir geboren sind."

Erfahren Sie mehr über Landesbischof Bedford-Strohm auf den Seiten von bayern-evangelisch.de - klicken Sie hier!