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"Alles tun, um Menschen aufzuklären"

Zum Bündnis für Toleranz gehören die Stadt München, Kirchen- und Glaubensgemeinschaften, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände sowie Jugendorganisationen und Bildungseinrichtungen.

Mit dem "Heldengedenkmarsch" durch die Münchner Innenstadt wollten die Rechtsextremisten an den von den Nationalsozialisten 1934 zum staatlichen Feiertag erklärten "Heldengedenktag" anknüpfen, heißt es in dem Aufruf des Bündnisses an die Münchner Bevölkerung. Dies stehe "ganz eindeutig in der Tradition geschichtsfälschender rechtsextremer Propaganda".

"Keiner von uns kann die eigene Verantwortung delegieren"

Die Demonstration am Sendlinger Tor habe abermals deutlich machen wollen, dass Rechtsextremismus in München unerwünscht sei und keine Chance habe. Dies unterstrich die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in ihrer Rede, in der sie auch an das Engagement des Einzelnen appellierte. "Keiner von uns kann die eigene Verantwortung delegieren. Jede Bürgerin, jeder Bürger ist mitverantwortlich dafür, dass die demokratischen Grundrechte geachtet und geschützt werden."

Jeder Christenmensch sei mitverantwortlich dafür, dass die von Gott gegebene Würde eines jeden Menschen geachtet und geschützt werde. Dazu gehört nach Worten von Breit-Keßler, "die christlichen Wertehochzuhalten, denen wir uns auf unterschiedliche Weise verpflichtet wissen. Wir freuen uns, dass München Heimat für Menschen aller Nationalitäten ist. Mit ihnen - in der Würde des Unterschieds und der Freude der Gemeinsamkeiten - bauen wir die Zukunft."

"Auf dass sie zur Vernunft kommen mögen"

Ein intelligentes Fest des Lebens sei es, das die Menschen im Rahmen der Kundgebung am Sendlinger Tor feierten, "eine farbenfrohe Demonstration für Demokratie und Menschenwürde. Was Sie, liebe Brüder und Schwestern, wieder Mal auf die Straße und ins Bewusstsein bringen, sind energische, aufrechte, geistreich-freche Alternativen zu dem braunen Spuk der Ewiggestrigen und Neonazis. Meine Hochachtung und meinen Respekt vor Ihrer Zivilcourage!", unterstrich die Regionalbischöfin. "Wir sagen ein wild entschlossenes, hoffnungsvolles Ja zum Leben in der ganzen Vielfalt, in der Gott es gemeint und geschaffen hat. In der Vielfalt, wie sie die Menschenrechte und unsere freiheitlich-demokratische Verfassung schützen."

Überdies bekräftigte Breit-Keßler, wie wichtig es sei, sich um soziale und wirtschaftliche Probleme zu kümmern, "die von den Nazis instrumentalisiert werden. Zugleich haben wir in Gottes Namen in ihnen die Menschen zu sehen, mit denen wir uns auseinandersetzen sollen, denen wir die Folgen ihres Denkens und Handelns unerbittlich vor Augen führen, auf dass sie zur Vernunft kommen mögen".

Mahnwache in der St. Lukaskirche

Neben der Regionalbischöfin sprachen am Samstag auch Weihbischof Engelbert Siebler und der KZ-Überlebende Martin Löwenberg am Sendlinger Tor. Im Anschluss an die Demonstration luden anliegende Pfarrereien und Gemeinden in den Nachmittagsstunden zum Bürgerfest "München ist bunt" ein, die Matthäuskirche öffnete ihre Pforten für ein ökumenisches Friedensgebet. Auch in der St. Lukaskirche am Mariannenplatz setzte das Bündnis für Toleranz sein Zeichen: Hier fand parallel eine Protestmahnwache mit dem Titel "Für die Menschenwürde - gegen Menschenverachtung" statt.

Quelle: epd

Lesen Sie hier den ganzen Vortrag von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler im Rahmen der Demonstration am Samstag, 13. November, am Sendlinger Tor in München!