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Gipfelstürmer

Es schmückt Deutschlands gigantischen Gipfel: das Stahlkreuz auf dem höchsten Punkt der 2962 Meter aufragenden Zugspitze. Drei Monate lang war es dort nicht zu sehen, wurde einer gründlichen Generalinspektion unterzogen. Nun ist das 4,88 Meter lange und 300 Kilogramm schwere Kreuz fertig restauriert. Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Kardinal Friedrich Wetter ließen dem Wahrzeichen im Rahmen einer würdigen Feierlichkeit am gestrigen Freitag ökumenischen Segnen zuteil werden.

Für die Sanierung gab es Grund genug. „Das Wetter auf der Zugspitze ist extrem“, sagt Gerhard Eiblmeier. Der Metallrestaurator und Kirchengoldschmied aus Lenggries hatte deshalb das Zugspitzkreuz seit Januar bearbeitet. „Temperaturunterschiede von 50 Grad, Graupel und Hagel, Stürme von 200 Stundenkilometern – das sind riesige Anforderungen an das Material“, erklärt der Fachmann. Eiblmeier hat das Kreuz rundum saniert, es neu lackiert und vergoldet.

Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler unterstrich den Stellenwert des Gipfelstürmers: „Kreuze sind Stationen zum Innehalten, zum Aufschnaufen, zum Blick ins Weite.“ Als christliches Symbol sei das Kreuz Erinnerung an die Endlichkeit und zugleich Zeichen der Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus. „Das Kreuz ist nicht das Ende, sondern Höhe- und Gipfelpunkt“, so Breit-Keßler.

Der frühere Münchner Erzbischof sprach von einem „Siegeszeichen der Liebe Gottes“. Das Kreuz gebe Menschen Antwort und zeige ihnen, wo sie festen Halt finden könnten. Auch wenn viele Wanderer und Bergsteiger „nicht gerade zum Beten“ auf die Zugspitze kämen, sondern weil sie die Höhe fasziniere, sei dies doch ein Ausdruck „für eine Sehnsucht nach Höherem, nach dem, was über der Erde ist“. An der feierlichen Andacht nahmen auch der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU), der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, Thomas Schmid, und Vertreter der Bayerischen Zugspitzbahn teil.

Leider konnte die Rückkehr des frisch polierten Bergdekors noch nicht mit einer endgültigen Wiedermontage auf seinem angestammten Platz auf der Zugspitze abgeschlossen werden. Eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG bedauerte: „Wegen schlechter Wetterbedingungen konnte ein Hubschrauber nicht starten“ - das Kreuz habe man somit leider noch nicht wieder aufstellen können. Am Montag soll mit Blick auf aktuelle Wetteraussichten über einen neuen Termin für eine möglichst zeitnahe Montage des Stahlkreuzes beraten werden.