{Abo bestellen}
Kirchen und DGB treten für arbeitsfreien Sonntag ein
Führende Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften haben sich grundsätzlich für den arbeitsfreien Sonntag ausgesprochen. Arbeitsfreie Sonn- und Feiertage seien unverzichtbar, sagte der bayerische DGB-Chef Fritz Schösser bei einer Podiumsdiskussion der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) in Bayern am Wochenende in Freising. Als festes Bindeglied für den sozialen Zusammenhakt gelte es arbeitsfreie Sonn- und Feiertage zu schützen.
AcK-Vorsitzender Weiss: Gottesdienste sind "Wellness" für die Seele
Der wiedergewählte AcK-Vorsitzende, der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss, regte eine Werbekampagne für Gottesdienste an. Gut gestaltete Sonntagsgottesdienste seien "Wellness" für die Seele. "Die gibt es, und das ist kein leeres Versprechen." Pfarrer und Kirchgänger müssten sich allerdings die Zeit und Lust nehmen, um die Sonntagskultur zu pflegen. Menschen sollten spüren, was der Seele tut gut, so der 51-jährige Theologe. Weiss bleibt für die nächsten vier Jahre Spitzenvertreter des Zusammenschlusses von 17 Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften sowie vier ökumenischen Basisorganisationen.
Sein AcK-Vize, der Augsburger Prälat Bertram Meier, würde es begrüßen, wenn das spirituelle Angebot in Gottesdiensten mehr in den Mittelpunkt gestellt werde. In der Debatte um den Sonntagsschutz stünden häufig zu sehr die kulturellen Errungenschaften im Vordergrund.
Eine erneuerte Sonntagskultur, die auf einen breiten Konsens in der Gesellschaft bauen könne, mahnte auch der Münchner Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), Pfarrer Charles Borg-Manché, an. Der freie Sonntag erinnere daran, dass die wichtigsten Dinge im Leben nicht gekauft oder verdient werden könnten und befreie den Menschen erst wirklich von Kauf- und Konsumzwang, von Arbeitswut und Leistungszwang, von Alltagsdruck und Hetze. Er gebe vielmehr festen Halt durch eine wöchentlich wiederkehrende Zeit des gemeinsamen Aufatmens. Ausdrücklich lobte er die regionalen "Allianzen für den freien Sonntag" für ihr Engagement zum Sonntagsschutz.
Einigkeit bestand darin, dass es immer Menschen geben wird, die an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssten, etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen, bei Polizei und Feuerwehr, in der Landwirtschaft oder bei Bussen und Bahnen. Aber auch für sie müsse die Maxime gelten, "dass es auch für sie so oft wie nur möglich freie Sonn- und Feiertage geben muss", unterstrich Gewerkschaftsboss Schösser.
Stichwort AcK:
Der AcK Bayern gehören siebzehn christliche Kirchen und kirchliche Gemeinschaften sowie drei weitere Glaubensgemeinschaften mit Gaststatus an. Ferner sind auch vier ökumenische Basisorganisationen Mitglied in der bayerischen AcK.
Quelle: epd / eigene

