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Kirche bekennt Schuld gegenüber Frauen
„Frauen wurden ignoriert und abgewimmelt, oder es wurde ihnen ins Gesicht gesagt, dass ihr Dienst im geistlichen Amt nicht erwünscht ist“, sagte der Bischof. Das habe tiefe Wunden geschlagen. Erst dank des Engagements mutiger Visionärinnen seien der Landeskirche Stück für Stück die Augen aufgegangen.
Dorothea Deneke-Stoll, Präsidentin der evangelischen Landessynode, würdigte die Arbeit der Pfarrerinnen. Sie seien aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Niemand mehr stelle ihre Arbeit in Frage. In kirchlichen Leitungsämtern gebe es jedoch noch Aufholbedarf.
Im Theologiestudium Geschlechtergleichstand erreicht
Die bayerische Landeskirche führte 1975 gegen erhebliche innerkirchliche Widerstände als eine der letzten evangelischen Kirchen in Deutschland die Frauenordination ein. Heute gibt es in Bayern 865 Pfarrerinnen gegenüber 1660 männlichen Kollegen, die somit bereits ein Drittel der aktiven Pfarrerschaft stellen. Im Theologiestudium ist schon Geschlechtergleichstand erreicht.
Maßgeblichen Anteil an der Durchsetzung der Frauenrechte hatte der Theologinnenkonvent. Sein Ursprung liegt im Jahr 1935. Damals trafen sich erstmals zehn examinierte Theologinnen in Nürnberg, nachdem ihnen die Kirchenleitung kurz zuvor das Recht auf Anstellung verweigert hatte. Vor den Frauen lag fortan ein mühsamer Weg. Über Jahrzehnte durften sie nicht auf die Kanzel, keine Sakramente verwalten und keine Amtshandlungen eines Pfarrers ausführen. Nur für die Arbeit mit Frauen und Kindern schienen sie gut genug.
"Rechtlich ist die volle Gleichberechtigung erreicht"
Der Durchbruch kam mit der Einführung der Frauenordination, vor zwölf Jahren fiel dann die letzte Einschränkung: Der als "Platzhirschparagraph" verspottete Vetoparagraph wurde abgeschafft. Mit ihm konnten sich Pfarrer weigern, mit 'weiblichen Kollegen' in der gleichen Gemeinde zusammenzuarbeiten.
Heute sind Pfarrerinnen in der bayerischen Landeskirche unumstritten. Es gibt Oberkirchenrätinnen und sogar Bischofskandidatinnen. "Rechtlich ist die volle Gleichberechtigung erreicht", sagt Silvia Jühne vom Leitungsteam des Theologinnenkonvents. Nur bisweilen bleibe hier und da ein wenig Restverwunderung über so manchen "pfarrherrlich auftretenden Kollegen".
Pünktlich zum Jubiläum konnte auch ein eigenes Jubiläumsbuch präsentiert werden. Unter dem Titel „Lasst Euer Licht leuchten! 75 Jahre Konvent der Theologinnen in Bayern“ (hg. von Barbara Zeitler), werden Einzelbiografien bayerischer Theologinnen, eine erste systematisierende Darstellung der bayerischen Theologinnengeschichte und Ausblicke über den Tellerrand in andere Theologinnenkontexte präsentiert. Es ist für 12,90 € zu beziehen bei: Barbara Zeitler, Michael-Kazmierczak-Str. 41, 04157 Leipzig, barbarazeitler@freenet.de
Quelle: epd / Peter Reindl (epd) /
Silvia Jühne (Leitendes Team des Theologinnenkonvents)

