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Junge Werkstatt Augsburg feiert Jubiläum
Sie schreinern, schneidern, malen und lackieren, sie werkeln im Garten- und Landschaftsbau: In den fünf Meisterbetrieben der "Jungen Werkstatt Augsburg" sind junge Frauen und Männer vielfältig gefordert. Die Einrichtung der berufsbezogenen Jugendhilfe, die Mitglied ist in der Evangelischen Jugendsozialarbeit in Bayern, unterstützt arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahren mit erhöhtem Förderbedarf; die Betroffenen kommen etwa aus sozial schwachen Familien, die auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle finden. Ihnen hilft die "Junge Werkstatt Augsburg" in Form von Qualifizierungsmaßnahmen oder Ausbildungen nach der Handwerksordnung. Ziel ist die Entwicklung einer Lebensperspektive, die auf der sozialen und beruflichen Integration der jungen Menschen beruht - eine Herausforderung, der sich die "Junge Werkstatt Augsburg" stellt und die sich bewährt hat: Am Donnerstag, 20. Mai, feiert die gemeinnützige Einrichtung ihr 35-jähriges Jubiläum.
Damit beweist die "Junge Werkstatt Augsburg" eine Beständigkeit, die sich gerade in bezug auf das Handwerk als wertvoll erweist. Denn "gerade im Handwerk haben die Betriebe auf dem Arbeitsmarkt die Ausbildung immer weiter zurückgefahren", sagt Werkstatt-Sprecherin Susanne Amberg. Parallel sei in dieser Branche der Bedarf an Nachwuchskräften gleichwohl bestehen geblieben, "doch der Facharbeitermarkt zeigte sich in dieser Hinsicht zunnehmend leergefegt", so Amberg. Dem gegenüber stehen engagierte, motivierte Jugendliche, die sich für diesen beruflichen Bereich interessieren, es aufgrund sozial schwacher Familienverhältnisse, Sprachprobleme, Überschuldung, gesellschaftlicher Ausgrenzung oder sonstiger diffiziler Herkunftsbedingungen schwieriger haben, als andere junge Menschen: einen Fuß in die Tür des handwerklichen Gewerbes zu bekommen scheint ein unüberwindbares Hindernis für sie.
Die eigenen Fähigkeiten besser einordnen
Genau an dieser Stelle macht die "Junge Werkstatt Augsburg" den Weg frei und trifft bei den jungen Erwachsenen dafür auf große Dankbarkeit. "Bei einem großen Teil unserer Auszubildenden stellen wir fest, dass sie sehr wohl in der Lage sind, ihre Situation als Chance konstruktiv wahr- und ernst zu nehmen", unterstreicht Amberg. Natürlich gelte es gerade in den ersten Wochen persönliche Blockaden bei den Auszubildenden aufzulösen. "Die jungen Menschen, die wir ausbilden, leiden häufig unter einem ganz beschädigten Selbstbewusstsein, litten unter schlechten Schulleistungen, haben bisher wenig oder noch gar keine Bestätigung für sich selbst bekommen, müssen überhaupt erst ein Gefühl für ihren Wert entwickeln", erläutert Amberg. Daher setzt die Werkstatt neben ihrem einschlägigen handwerklichen Fachpersonal auch verstärkt pädagogische Mitarbeiter ein. "Sie begleiten die jungen Menschen vom ersten Tag an, helfen ihnen dabei, Selbstbewusstsein aufzubauen und Selbstüberschätzung auszubremsen": um für sich die Mitte zu finden, die eigenen Stärken und Schwächen auszupendeln und die eigenen Fähigkeiten besser einordnen zu können.
Derzeit bietet die Werkstatt insgesamt 41 Ausbildungsplätze, verteilt auf ihre fünf Meisterbetriebe. Im Herbst 2009 sind zwölf davon frei geworden, im Jahr davor waren es sechs. "Als wir uns in den siebziger Jahren gegründet haben", erzählt Ambeg, "sind in Bayern so einige Projekte zur Unterstützung arbeitsloser Jugendlicher ins Leben gerufen worden, die es aber inzwischen alle nicht mehr gibt." Nicht so die "Junge Werkstatt", deren Partner die Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung Augsburg, die Stadt, die Evangelisch-Lutherische Kirche Augsburg und die Evangelische Jugendsozialarbeit in Bayern sind. Zu ihrem Festakt zum 35-jährigen Jubiläum, bei dem unter anderem auch die Bayerische Staatsministerin für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen, Christine Haderthauer, anwesend sein wird, haben sich die Auszubildenden etwas ganz Besonderes ausgedacht, freut sich Amberg: "Im Rahmen einer Gewerke-Modenschau werden sie Modelle präsentieren, die ihr jeweiliges Handwerk darstellen!" Dessen Tätigkeitsbereiche in den nächsten Jahren übrigens noch erweitert werden sollen, wie Amberg verrät: "Aktuell denken wir darüber nach, neue Arbeitsfelder zu erschließen." Man darf gespannt sein!
Weitere Info zur "Jungen Werkstatt Augsburg" gibt es hier!

