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"Jung sehen Sie aus!"

(c) http://www.fachstelle-frauenarbeit.de

Sie versammele über 20 Verbände "unter ihrem Hut", sie stehe für "Frauennetzwerk, Fraueninteressen, Frauenpower, für kritisch, frech, brillant, für Mut, Freiheit, Glauben und natürlich vor allem für evangelisch, um einige Stichwörter zu nennen, für die die Lady im ganzen Land bekannt ist." In ihrer Festpredigt zu Ehren des 90.sten Geburtstages der Evangelischen Frauenarbeit in Bayern, skizzierte die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler einen unterhaltsamen Abriss der frauenarbeitseigenen Historie. "In der Tat ist attraktiv und anziehend, was das Geburtstagskind zu bieten hat. Und ganz schön herausfordernd, wenn ich einen Blick in die Zukunft und in das Programmheft der EFB beim Ökumenischen Kirchentag werfe. ,Frauen steigen auf', wird da ein Programmpunkt angekündigt. ,Kanzelreden vom Kletterturm.'" Ausgehend von diesen Ankündigungen sei Breit-Keßler "froh, dass Sie mich heute noch ein wenig schonen und mir lediglich die Stufen zur Kanzel zu erklimmen aufgetragen haben."

Jene Kanzel befindet sich in der Paul-Gerhardt-Kirche in Stein, wo die Regionalbischöfin am vergangenen Wochenende die Evangelische Frauenarbeit in Bayern im Rahmen eines Jubliläumsgottesdienstes würdigte, eingebettet in aktuelle gesellschaftspolitische Kontexte, wie etwa dem Weltfrauentag am 8. März 2010. "Die aktuellen Zahlen, die zu diesem Anlass in den Medien nachzulesen und zu hören waren, sprechen eine beredte Sprache, wie unsere Welt immer noch bestimmt ist", sagte Breit-Keßler. "Wir haben in unserem Land und in Europa viel erreicht. Es gibt Kanzlerinnen, Bischöfinnen, Hohe Vertreterinnen der EU-Außenpolitik."

Aber zugleich gebe es noch viel zu tun: "In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 23% weniger als Männer. Wenn Sie in die oberen Etagen von Banken oder großen Wirtschaftskonzernen schauen, sehen Sie vor allem Männer, Männer, Männer. In Vorständen gibt es nur 2,4% Frauen. Von den Zuständen in anderen Ländern ganz zu schweigen, in denen Mädchen von Schule, Beruf, öffentlichem Leben fern gehalten werden – ja, in denen Frauen gezwungen werden, ungeborene Mädchen abzutreiben, weil sie eben nicht der ersehnte Stammhalter sind und nur Kosten verursachen." Dabei gehe es nicht darum, "den Spieß umzudrehen, so dass nun zur Abwechslung Frauen die Männer dominieren. Es geht um Gerechtigkeit"; diese auszubauen sei einmal mehr die Aufgabe innerhalb der Evangelischen Frauenarbeit in Bayern.

Lesen Sie hier die ganze Predigt von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler im Originial-Wortlaut!