Pressemitteilung vom 22.02.2008

„Menschenverachtung darf nicht salonfähig werden!“
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ruft auf zum Widerspruch gegen rechtsradikale Hass-Parolen

Mut zum klaren Widerspruch gegen die „widerlichen Stereotypen des Hasses und der Menschenverachtung“ der rechtsradikalen Rädelsführer hat die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler heute im Rahmen eines Gedenkkonzerts für die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gefordert. Vor 65 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl, sowie Christoph Probst von der Gestapo hingerichtet.

Aus der Erinnerung an das Versagen der Kirche während des Nationalsozialismus leitete Breit-Keßler die klare Verpflichtung ab: „Nie wieder dürfen Christen und Christinnen dulden, wenn Leben und Menschenwürde mit Füßen getreten werden. Nie wieder dürfen wir tatenlos mit ansehen, wenn Rassismus, Antisemitismus und fanatischer Nationalismus Freiheit und Frieden bedrohen“. Breit-Keßler erinnerte daran, dass sich bei den Mitgliedern der Weißen Rose die christliche Pflicht zum Widerstand gegen die Barbarei der Nationalsozialisten aus ihrem Vertrauen auf den einen Gott abgeleitet habe.

Nicht nur Polizei und Justiz müssten mit „aller rechtsstaatlichen Härte“ für den Schutz der Demokratie sorgen, so Breit-Keßler, jeder einzelne Bürger sei mitverantwortlich für den Schutz der demokratischen Grundrechte und könne diese Verantwortung nicht delegieren.

Angesichts der barbarischen Taten des Nationalsozialismus forderte Breit-Keßler hohe Wachsamkeit, wo immer heute „ungeborenes, altes und behindertes Leben abschätzig beurteilt wird“. 

Gedenken und klare Worte allein, so Breit-Keßler, reichten häufig nicht aus. „Wir müssen alles tun, um Menschen aufzuklären. Wir müssen verstärkt über Gesinnung und Methoden unverbesserlicher Altnazis und Neonazis informieren, aufzeigen, wes Geistes Kind sie sind. Wir müssen uns um soziale und wirtschaftliche Probleme kümmern, die von den Nazis instrumentalisiert werden. Zugleich haben wir in Gottes Namen in ihnen die Menschen zu sehen, mit denen wir uns unerbittlich auseinanderzusetzen sollten, auf dass sie zur Vernunft kommen mögen“.

Johannes Minkus, Pressesprecher
München, 22. Februar 2008


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