Pressemitteilung vom 30.12.2002

Hingabe statt Angabe
Röhlin plädiert für eine neue Kultur des Dienens

Nürnberg. Eine neue Kultur des Dienens zu entwickeln, das sieht der Nürnberger Regionalbischof Karl-Heinz Röhlin als zentrale Aufgabe der Christen im neuen Jahr. In seiner Silvesterpredigt in St. Lorenz ermutigt er, hier dem Vorbild Jesu zu folgen: "Jesus fordert von seinen Jüngern eine Kultur des Dienens. Eine neue Kultur des Dienens ist auch heute angesagt. Dringend brauchen wir eine neue Kultur des Dienens, um die anstehenden Probleme in Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche zu bewältigen." Angesichts der zunehmenden Selbstbedienungsmentalität betont der Regionalbischof, dass ein Leben für andere Zukunft eröffne, nicht Raffgier und ein Leben auf Kosten der nächsten Generation.

Der Missbrauch des Dienens durch die nationalsozialistische Ideologie oder durch patriarchalische Machtansprüche dürfe den Gedanken des Dienstes nicht als weltfremd und überholt entwerten.

Dienen im Sinne Jesu sei keine Ausnutzung und kein blinder Gehorsam, sondern geschehe im Einklang mit sich selbst und achte auf die eigene Seele. Sonst führe es in die Überforderung. Besonders Menschen in helfenden Berufen stünden in dieser Gefahr und dürften die Sorge um sich selbst nicht vergessen. Kirche und Diakonie, so Röhlin, müssten hinsichtlich einer neuen Kultur des Dienens Vorbild für die Gesellschaft sein. Meinungsumfragen bestätigten, dass die Dienste der Diakonie besonders positiv bewertet würden. Fazit des Regionalbischofs: "Aufs Dienen kommt es an, nicht aufs Verdienen. Hingabe zählt, nicht die Angabe."

Die Predigt im Wortlaut können Sie sich im Service-Bereich herunterladen.

Berthild Sachs
Referentin
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Kirchenkreis Nürnberg
Büro des Reginalbischofs

30.12.02


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