Pressemitteilung vom 30.12.2002

Neujahrspredigt von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in der Münchner St. Matthäuskirche

München. In seiner Neujahrspredigt in der Münchner St. Matthäuskirche hob Landesbischof Dr. Johannes Friedrich hervor, dass Gott es sei, der den Menschen Kraft für ein herzliches Miteinander schenke. In Auslegung der Jahreslosung 2003 - "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an" - ermutigte er dazu, mit dem Herzen zu sehen.

Gott blicke ins Herz der Menschen und rücke damit immer wieder menschliche Maßstäbe zurecht, so Friedrich. Dies lehrten die biblischen Erzählungen aus dem ersten Samuelbuch über die Berufung des Hirtenjungen Davids zum König von Israel. Gottes Blick hinter die Maskerade lege gleichzeitig die Kraft für ein herzliches Miteinander frei: "Der wärmende Blick, den Gott uns zuwirft, macht es möglich, auch andere im warmen Licht zu sehen. Wem von Gott gegeben wird, kann auch anderen geben", so Friedrich wörtlich.

Wer versuche, die Menschen mit dem Herzen zu sehen, stelle die eigenen Ziele und Motive zurück und könne weder von besonders schlichtem noch besonders schönem Aussehen geblendet werden und "vorurteilsfrei zuhören. Ich meine, das haben wir alle im kommenden Jahr nicht nur in unseren privaten und beruflichen Beziehungen nötig, sondern auch in der Politik und in der Wirtschaft", so Friedrich weiter.

Am Beginn des Jahres der Bibel warb Friedrich dafür, das Buch der Bücher häufiger zur Hand zu nehmen: "In der Bibel finden sich viele Geschichten, die unserem Leben einen Spiegel vorhalten, in den wir uns selbst erkennen können, mit unseren Defiziten, aber auch mit unseren Chancen."

Die Predigt im Wortlaut können Sie sich im Service-Bereich herunterladen.

Andreas Rickerl, Kirchenrat
Stellv. Pressesprecher
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

30.12.02


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