Pressemitteilung vom 30.03.2006

Mit großer Sorge sieht die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die derzeitige gesellschaftliche Entwicklung. Deshalb „erwarten wir von Staat und Gesellschaft, dass sie sich für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit stark machen“, heißt es in einem Wort der Landessynode, das heute in Bad Alexandersbad verabschiedet wurde. Unter dem Motto „Diakonie – Kirche in Wort und Tat“ hatte sich die Synode auf ihrer Frühjahrstagung jetzt fünf Tage lang mit dem Verhältnis von Diakonie und Kirche beschäftigt.

In dem vierseitigen Papier wird zum einen die Position der Diakonie im Verhältnis zur Kirche bestimmt, zum anderen ihre Rolle im Sozialstaat definiert. In deutlichen Worten werden die Erwartungen an Staat und Gesellschaft ebenso formuliert wie die Erwartungen an das Zusammenspiel von Diakonie und verfasster Kirche. Bedrohliche Massenarbeitslosigkeit, wachsendes Armutsrisiko besonders bei Kinderreichen und Alleinerziehenden sowie ein erschwerter Bildungszugang für Jugendliche aus sozial schwachen Familien werden dabei ebenso in den Blick genommen wie die oft mangelhafte Versorgung von Menschen mit Behinderung, Schwerstkranken oder Pflegebedürftigen.

„Wie Kirche in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, heißt es im Text, „hängt in hohem Maße auch von der Arbeit der Diakonie ab.“ Der ethisch-soziale Auftrag „im Zeichen des biblischen Menschenbildes, aber auch ihre Flexibilität und Professionalität“ seien „profilbildend für unsere ganze Kirche“, so das Papier, das von den 108 Mitgliedern der Landessynode nach eingehenden Beratungen einstimmig auf den Weg gebracht wurde.

Die Diakonie habe gezeigt, so das „Wort“ weiter, „dass christliches Profil und wirtschaftliches Denken keine Gegensätze sein müssen“. Im Hinblick auf die Verantwortung von Staat und Gesellschaft wird gefordert, „beim Umbau des Sozialstaates am Prinzip der sozialen Marktwirtschaft“ festzuhalten. Denn der Markt sei für den Menschen da und nicht umgekehrt. Dabei sollten die verantwortlichen Kräfte immer „die Kirche und ihre Diakonie an ihrer Seite wissen.“

Von den Menschen innerhalb der verfassten Kirche und deren Diakonie erwartet die Landessynode „eine noch engere Zusammenarbeit als bisher…auf allen Ebenen.“ Es scheine erforderlich, „dass Kirche und Diakonie gemeinsame Netzwerkstrukturen aufbauen und dabei auch die vielfältige Professionalität von Ehrenamtlichen noch stärker einbeziehen.“

Zum Abschluss des Papiers, dass in allen diakonischen Einrichtungen und allen Kirchengemeinden in Bayern bekannt gegeben wird, dankt die Landessynode allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Diakonie für ihren unermüdlichen Einsatz. Ein weiterer Dank geht an alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Politiker und Politikerinnen, die sich für die Belange der Diakonie einsetzen. Denn, so die Landessynode, „wir können nur für andere da sein, weil sich auch andere für die Diakonie einsetzen.“

Den vollständigen Text des Wort der Landessynode finden Sie hier (pdf-Datei).

Susanne Hassen, Pressesprecherin
München, den 30. März 2006


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