Pressemitteilung vom 29.12.2006

Predigt von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich im Neujahrsgottesdienst 2007 in der Münchner St. Matthäus Kirche
Auf ein Neues! Gott schafft Neues

„Ist wirklich alles neu?“ so fragte Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in seiner Neujahrspredigt in der Münchner Matthäuskirche. „Sind mit dem 1. Januar die Karten neu gemischt? Ist das Neue ein Neuanfang, der das Alte vergangen sein lässt?“

Im Rückblick auf das vergangene Jahr 2006 zog Bischof Friedrich Bilanz: Zu den guten Erinnerungen gehöre das „Sommermärchen“ der Fußball Weltmeisterschaft, „ein großes Fest kollektiver Freude und gelungener Völkerverständigung.“

Unter den Konfliktfeldern, die von 2006 in das neues Jahr hineinragten, wies Bischof Friedrich besonders auf den „zivilisatorischen Konflikt“ hin zwischen der westlichen und der muslimischen Welt. Hier seien „entschiedene Schritte“ zu „Formen gegenseitigen Respekts“ erforderlich. So dürften Christen in Deutschland nicht in jedem Bau einer Moschee „eine Bedrohung des christlichen Abendlandes wittern“. Doch die Forderung nach Religionsfreiheit müsse auch in die andere Richtung gelten: „Ich erwarte von all denen, die bei uns in Deutschland Religionsfreiheit für sich fordern, diese auch in ihren Heimatländern zu gewähren“ so Bischof  Friedrich.

Für Christen gelte das Gotteswort aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 43, 19a): „Siehe, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es heran.“ Auf die Frage, wie Gott Neues schaffe, antwortete Bischof Friedrich: „Nicht die Verhältnisse, in denen wir leben, wandeln sich durch Gottes Wort unmittelbar. Aber meine Betrachtungsweise, mit der ich an die Welt, wie sie ist, herangehe, kann durch Gottes Wort gewandelt werden. Wenn nicht mehr Angst, sondern Hoffnung, wenn nicht mehr Egozentrik, sondern Liebe das Denken der Menschen bestimmen, dann wandelt sich auch die Welt.“

Johannes Minkus, Pressesprecher
München, 29. Dezember 2006


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