Pressemitteilung vom 29.12.2006

 Predigten der Regionalbischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu Silvester

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (München) predigt am 31.12 in der Morgenfeier des Bayerischen Rundfunks

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ermutigte in der evangelischen Morgenfeier des Bayerischen Rundfunks am Altjahrsabend dazu, „sich von diesem vergehenden Jahr in aller Ruhe zu verabschieden.“ Die Zeit lasse sich zwar mit Uhr und Kalender messen, so Breit-Keßler, geprägt werde die Zeit jedoch durch die „liebe- oder leidvollen Beziehungen“ mit andern Menschen. Mit seinem Sohn Jesus habe Gott dem menschlichen Leben eine Mitte geschenkt. So werde der Mensch davor bewahrt, sich selbst „für den Mittelpunkt der Welt“ zu halten, und damit ins Unmenschliche abzustürzen. Auch eine „ultimative Sylvester-Party“ halte keinem Vergleich stand zur Möglichkeit, mit Kraft und „vitaler Energie das eigene Leben zu gestalten und mitzuhelfen, dass die Existenz anderer menschenwürdiger wird“.  Breit-Keßler brachte es auf den Punkt: „Der Hunger und der Durst nach erfülltem Leben reicht tiefer als bis auf den Boden des Champagnerglases und weiter als bis zu den Schalen von ausgepulten Garnelenschwänzen.“

Regionalbischof Dr. Ernst Öffner (Augsburg)  predigt am 31. Dezember um 16 Uhr in St. Ulrich, Augsburg

In seiner Predigt im Jahresschlussgottesdienst in der Augsburger Basilika St. Ulrich zog Regionalbischof Dr. Ernst Öffner eine positive Bilanz: So habe die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit der Denkschrift „Gerechte Teilhabe“ eine präzise Analyse der verdeckten Armut in Deutschland vorgelegt. Bei den Lösungsvorschlägen sieht Öffner auch die Kirchengemeinden in der Pflicht: „Hier sind unsere Gemeinden in den nächsten Jahren ganz besonders herausgefordert. Wir Christen müssen mithelfen, dass Menschen nicht aus der Gesellschaft herausfallen.“

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (Regensburg) predigt am 31.12. um 17 Uhr in der St. Oswald-Kirche in Regensburg

Ein Plädoyer für die „Wahrheit Gottes“ hielt Regionalbischof Dr. Hans Martin Weiss in seiner Predigt an Sylvester in der St. Oswald Kirche in Regensburg. „Menschen, die einander die Wahrheit sagen, sind im Umgang miteinander freier als Menschen, die sich voreinander verstecken“, so Weiß. Dabei spiele der christliche Glaube eine entscheidende Rolle. „Der Glaube bringt mich dazu, mich vom propagandistischem Optimismus mancher Neujahrsredner ebenso fern zu halten wie von einer depressiven Weltuntergangsstimmung“, so Weiss. Er wünsche sich für das neue Jahr, dass es „selbstverständlich und normal“ sein sollte, „wenn Menschen in der Öffentlichkeit von ihrem Glauben sprechen und zu ihm stehen.“

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern (Nürnberg) predigt am 31.12. um 18.00 Uhr in der Nürnberger St. Lorenz-Kirche

In einer Zeit, in der die finanziellen Möglichkeiten begrenzt seien und Gerechtigkeit nicht einfach mit mehr Geld, zum Beispiel, durch zusätzliche Leistungen des Staates, hergestellt werden könne, müsse sich zeigen, ob unsere Gesellschaft wirklich sozial gerecht und damit zukunftsfähig ist, äußerte sich Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern in ihrer Silvesterpredigt in der Nürnberger St. Lorenz-Kirche.

Im Vertrauen auf die biblische Losung für das Jahr 2007 aus dem Buch Josua „Ich lasse Dich nicht fallen und verlasse Dich nicht, spricht Gott“ sei es möglich, sowohl ehrlich und ungeschönt Bilanz zu ziehen, als auch neue Schritte in die Zukunft zu wagen, so Hann von Weyhern. Die Nürnberger Regionalbischöfin betonte außerdem die Notwendigkeit der Intensivierung des Dialogs mit Muslimen. Christen sollten diesen Dialog führen und dabei selbstbewusst christliches Profil zeigen.

Johannes Minkus, Pressesprecher
München, 29. Dezember 2006


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