Pressemitteilung vom 27.11.2003

Keine verkaufsoffenen Sonntage in der Adventszeit
Wort der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Schutz des Sonntags

Bad Reichenhall - Die vier kirchenleitenden Organe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern - Landesbischof, Landeskirchenrat, Landessynodalausschuss und Landessynode - haben auf der Synodaltagung in Bad Reichenhall ein Wort zum Erhalt des Sonntagsschutzes insbesondere in der Adventszeit verabschiedet. Anlass war die von Vertretern der FDP und der Grünen geplante Gesetzesänderung, die Ladenöffnungszeiten zur Ankurbelung des Weihnachtsgeschäfts auf die vier Adventssonntage auszuweiten. Es folgt das Wort der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Schutz des Sonntags im Wortlaut:

"1. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern setzt sich entschieden für den Erhalt des Sonntags als Feiertag ein. Unsere Gesellschaft ist in vielfältiger Weise vom Verlust tragender Strukturen bedroht. Dazu gehört auch der Wechsel von Arbeit und Ruhe, Konsum und Verzicht. Verkaufsoffene Sonntage beeinträchtigen zudem das familiäre Leben und die sozialen Beziehungen in erheblicher Weise.

2. Die Adventszeit ist in der christlichen Tradition eine stille Zeit, deren Charakter durch die allfällige Kommerzialisierung ohnehin stark genug gefährdet ist. Wir treten entschieden dagegen ein, dass die geplante Gesetzesänderung von FDP und Bündnis 90/Grüne, alle vier Adventssonntage zu öffnen, umgesetzt wird.

3. Der gesetzlich verankerte Schutz des Sonntags darf nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen verkommen. Wir sehen wohl, dass die Städte und Gemeinden im Wettbewerb um die Kunden stehen. Dabei darf aber die Achtung vor der christlichen Tradition nicht verloren gehen.

Der gemeinsame Ruhetag, so sagt es uns die Bibel, ist von Gott geschaffen und soll geheiligt werden. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass der Rhythmus aus Arbeit und Ruhe notwendig geschützt werden muss und nicht beliebig verändert werden darf.

Du sollst den Feiertag heiligen, so das 3. Gebot. Daran sollten sich alle Christinnen und Christen halten."

Andrea Seidel, Kirchenrätin
Pressesprecherin
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

27.11.2003


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