Pressemitteilung vom 26.12.2001
"Christen dürfen nicht über den Wert menschlichen Lebens befinden"
Weihnachtspredigt von Regionalbischöfin Breit-Keßler in der Waldkirche Planegg
München. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hat in ihrer Weihnachtspredigt die Notwendigkeit des umfassenden Schutzes menschlichen Lebens unterstrichen. Die Weihnachtsbotschaft von der Menschwerdung Gottes in einem Säugling bedeute eine "göttliche Würdigung des Lebens", die konkrete Konsequenzen verlange, so Breit-Keßler. Aktuell gelte dies besonders im Blick auf die aktuelle Diskussion über die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen und über die sogenannte aktive Sterbehilfe sowie auf diesem Hintergrund über die gesellschaftliche Achtung der Würde von Menschen mit Behinderungen.
Die Regionalbischöfin, die die bayerische Landeskirche in der Bioethik-Kommission der Staatsregierung vertritt: "Es steht Christen gut zu Gesicht, sorgfältig acht zu haben auf menschliches Leben – von Eizelle und Samen über Zeiten der Gesundheit, der Krankheit und Behinderung bis hin zum alten Menschen, der verwirrt versucht, sich zurecht zu finden. Wir dürfen nicht über den Wert und das Lebensrecht unterschiedlichster menschlicher Existenz und Persönlichkeit befinden oder über seine Wirtschaftlichkeit und Brauchbarkeit sinnieren. Wenn im Blick auf Lebensbeginn und –ende, auf durch Behinderungen veränderte Lebensmöglichkeit die Worte "lebensunwert", "überschüssig", "überzählig" verwendet werden, dann ist das nicht christlich."
Zur Festpredigt am zweiten Weihnachtsfeiertag war die Regionalbischöfin aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums der Kirchengemeinde Planegg in die dortige Waldkirche gekommen. Der Rückblick auf die Geschichte der evangelischen Christen in Planegg mache deutlich, dass der Reichtum gelebten christlichen Glaubens in der Vielfalt der Charismen und Fähigkeiten liege, mit denen sich Menschen in der Gemeinschaft des Glaubens engagierten. Die Regionalbischöfin sagte insbesondere den vielen Ehrenamtlichen ein herzliches Vergelt’s Gott für ihr Eintreten zugunsten einer Gemeinde, in der Jung und Alt ihren Platz hätten.
Die Predigt kann im Wortlaut bestellt werden unter Tel. 089 / 55 95 – 552 oder per E-Mail: poep@elkb.de.
Dieter Breit, Kirchenrat
Pressesprecher der
Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern
26.12.01

