Pressemitteilung vom 26.12.2001

Aufruf des Landesbischofs zu großzügiger Afghanistan-Hilfe
Friedrich: Wir fragen nicht nach dem Taufschein derer, die Hilfe brauchen

München. Zu Spenden für die kirchliche Afghanistan-Hilfe hat der bayerische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich an Weihnachten aufgerufen. Er bitte die Christen im Freistaat um "großzügige Gaben", damit die Not der Flüchtlinge gelindert und wirksame Beiträge zum Wiederaufbau in Afghanistan geleistet werden könnten, sagte Friedrich mit Hinweis auf das Spendenkonto des Diakonischen Werkes Bayern (Acredo-Bank Kto 250 00 00, BLZ 760 605 61, Stichwort: "Afghanistan-Hilfe"). Es sei Verpflichtung aller Christen, sich für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in aller Welt einzusetzen und dabei "nicht nach dem Taufschein derer zu fragen, die dringend Hilfe brauchen".

In seiner Predigt im Festgottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag, die im Bayerischen Rundfunk live übertragen wurde (B1, 10.00 Uhr), erinnerte der Landesbischof daran, dass jeder Mensch die Liebe Gottes und die Liebe von Mitmenschen benötige. Liebe sei "Geschenk und Gnade". Sie sei kein Besitz, sondern motiviere dazu, sich liebevoll anderen Menschen zuzuwenden. "Gottes Liebe zu uns und seine Gnade in Jesus Christus kann man schlecht feiern, wenn man in Not ist."

Der Landesbischof wandte sich gegen "Legenden über die angeblich steinreichen Kirchen". Fakt sei, dass die Kirche die ihr anvertrauten Kirchensteuern, Kirchgeld und Spenden dazu verwende, um den "Dienst von Mensch zu Mensch" flächendeckend bezahlen zu können. Allein in der bayerischen Landeskirche und ihrer Diakonie würden dafür rund 60.000 Arbeitsplätze in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen finanziert. Friedrich: "Als Kirche setzen wir unser Geld und unser Eigentum für andere ein. Es wäre gut, wenn auch diejenigen dies tun würden, die uns Vorwürfe machen."

Der Landesbischof erklärte, dass die Diskussion über Armut und Reichtum in Deutschland nicht auf finanzielle Aspekte reduziert werden dürfe. Neben materieller Armut gebe es vielfach auch seelische und soziale Verarmung von Menschen, die in äußerlichem Wohlstand lebten. Gerade an Weihnachten werde vielen die eigene Einsamkeit und Trostlosigkeit bewusst. Die Botschaft vom Kind in der Krippe stifte dazu an, Not nicht auszublenden, sondern mit Liebe und Geduld darauf einzugehen. "Weihnachten wird es für alle, die sich auf den Weg zum Stall machen."

Presseexemplar der Predigt hier nachlesen

Dieter Breit, Kirchenrat
Pressesprecher der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

26.12.01


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