Pressemitteilung vom 25.10.2005

EKD-Ratsvorsitzender besucht Palliativstation in München
Medizin und Seelsorge Hand in Hand gegen „Todesmentalität“

„Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um Sterbehilfe und Bioethik ist es notwendig, eine Alternative zu der Todesmentalität zu entwickeln, die derzeit in der Gesellschaft um sich greift!“ sagte heute der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Dr. Wolfgang Huber anlässlich seines Besuchs im Interdisziplinären
Zentrum für Palliativmedizin (IZP) am Münchner Universitätsklinikum Großhadern. Paradoxerweise hätte eine wachsende Zahl von Menschen Angst vor dem Segen der modernen Medizin. Mit der Integration von Seelsorge und Medizin, wie sie am IZP fakultätenübergreifend und mit finanzieller Beteiligung der Landeskirche betrieben und erforscht werde, sei es möglich, diese Angst zu nehmen und den medizinischen Fortschritt zu nutzen, ohne Angst vor seinen Auswirkungen haben zu müssen.

Aus ethischen Gründen sei es notwendig, den Handlungsspielraum der Palliativarbeit in der Gesellschaft zu erweitern, um den Argumenten der aktiven Sterbehilfe entgegenzutreten. Dazu gehörten ausreichend Betten für die Schmerzbehandlung und genügend Hospizplätze. Die evangelische
Kirche engagiere sich darüber hinaus zum Thema Patientenverfügung und hier besonders der Möglichkeit der Vorsorgevollmacht. Begeistert zeigte sich der Ratsvorsitzende davon, dass Spiritualität am IZP Thema eines Forschungsprojekts sei. „Wo es um die Gestaltung menschlichen Lebens geht,
müssen Spiritualität, Frömmigkeit und Glaube mit einbezogen werden“, so Huber wörtlich.

Begleitet wurde er bei seinem Besuch von Susanne Breit-Keßler, Ständige Vertreterin des Landesbischofs und
Münchner Regionalbischöfin.

Susanne Hassen, Pressesprecherin / Christof Vetter, Pressesprecher
München/Hannover, den 25. Oktober 2005


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