Pressemitteilung vom 22.12.2005

Weihnachtspredigten 2005 von Landesbischof und Regionalbischöfen
Die Frohe Botschaft verkünden

Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
„Hat Weihnachten irgendeine Auswirkung auf unser Leben?“ fragt Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in seiner Predigt in St. Matthäus in München am 1. Weihnachtstag. „Und hat die Geburt Jesu etwas zu tun mit unserer Verantwortung für diese Welt?“ Eindeutig ja, so der Landesbischof, denn im Bibeltext 1. Joh. 3, 1-6, werden die Menschen verbindlich angesprochen, sich als Gottes Kinder zu verstehen. Das bedeute, sich miteinander auszusöhnen, Mauern niederzureißen, wie sie zwischen arm und reich, zwischen Menschen, oft leider auch im wörtlichen Sinne wie etwa im heutigen Bethlehem, bestünden. „Wo ist die Bruderliebe, wenn in unserem reichen Deutschland Kinder zum Armutsrisiko werden können?“ mahnt der Landesbischof. Die Kollekte des Gottesdienstes sei deshalb auch für evangelische Schulen bestimmt, denn Bildung und Ausbildung erhöhten die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen. Bruderliebe bedeute aber auch, ehrlich miteinander umzugehen und nicht zum Beispiel hinter dem Rücken eines Betroffenen zu agieren. Der Predigttext mache hier Mut, denn durch die Feier der Geburt des Gottessohnes würden die Menschen daran erinnert, „dass wir eines Tages bei ihm sein werden als Gleiche unter Gleichen“. Und die Weihnachtspredigt endet mit der fröhlichen Gewissheit: „Darum: Seht schon heute, welche Liebe uns der Vater erwiesen hat!“

Regionalbischof Wilfried Beyhl (Kirchenkreis Bayreuth)
„Ein Kind verändert die Welt“ ist das Thema der Predigt von Regionalbischof Wilfried Beyhl (Kirchenkreis Bayreuth). Traditionell predigt er am Heiligabend in Gemeinden, die seit längerem ohne Pfarrer sind, diesmal Untermerzbach und Memmelsdorf. In der Erinnerung an die Geburt des Kindes, so Beyhl, würden die Herzen der Menschen berührt. Es müsse sich noch viel in dieser Welt verändern, „dass Friede und gerechte Lebensbedingungen von allen Menschen spürbar erfahren“ würden. Viel müsse sich noch ändern hin zu sozialen und kinderfreundlichen Lebensbedingungen, aber ein Anfang sei gemacht. „Das Christuskind ist geboren und hat begonnen, die Welt zu verändern.“

Regionalbischof Dr. Ernst Öffner (Kirchenkreis Augsburg)
An die Bedeutung der Liebe für das Zusammenleben einer Gesellschaft erinnert Regionalbischof Dr. Ernst Öffner (Kirchenkreis Augsburg) in seiner Weihnachtspredigt im gemeinsamen Gottesdienst aller Innenstadtgemeinden in St. Anna zu Augsburg. Trotz der Schlagzeilen von grausamen Verbrechen an kleinen Kindern, die sich in letzter Zeit häuften, sei es erstaunlich, wie viel Liebe es in unserer Gesellschaft gebe. Die Liebe sei in der Lage, den Teufelskreis von Gewalt und Verwahrlosung zu durchbrechen. Und Weihnachten, so der Regionalbischof, lenke den Blick auf die kleinen und unscheinbaren liebevollen Gesten im Zusammenleben: Menschen, die sich für das Schicksal ihrer Nachbarn interessieren, sich für Jugendliche ohne Berufschancen oder pflegebedürftige Angehörige einsetzen und vieles mehr.

Regionalbischof Helmut Völkel (Kirchenkreis Würzburg-Ansbach)
Am 23. Dezember besucht Regionalbischof Helmut Völkel (Kirchenkreis Würzburg-Ansbach) die Justizvollzugsanstalt Würzburg und feiert mit den Häftlingen, den Bediensteten und Gästen zwei ökumenische Gottesdienste. „Die Botschaft der Heiligen Nacht ist stark und erhellt auch schwierige
Lebenssituationen“, so der Regionalbischof, der zum Thema „Ich steh an deiner Krippen… hier“ predigen wird. Am 1. Weihnachtstag predigt er in St. Gumbertus in Ansbach.

Regionalbischof Dr. Karl-Heinz Röhlin (Kirchenkreis Nürnberg)
Eine Liedpredigt zu „Ich steh an deiner Krippen hier…“ hält Regionalbischof Dr. Karl-Heinz Röhlin (Kirchenkreis Nürnberg) am Heiligen Abend in der Christmette in St. Jakobus Stein-Oberweihersbuch um 22. 00 Uhr und am 25. Dezember um 10.00 Uhr in St. Martin Schwabach. Dieser Gottesdienst wird live vom Bayerischen Fernsehen übertragen. Es ist der letzte Gottesdienst von Dr. Röhlin im Amt des Regionalbischofs. Über den Strophen des Liedes von Paul Gerhardt nach der Melodie von Johann Sebastian Bach reflektiert der Regionalbischof über das Geben, das Schenken, das sich zum Beispiel in der vielfältigen Arbeit von Ehrenamtlichen überall manifestiere, in der Solidarität mit von Arbeitslosigkeit bedrohten oder arbeitslosen Menschen oder in der Hilfsbereitschaft nach Katastrophen. So wie der Dichter Paul Gerhardt, der in seinem Leben schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte, durch den Anblick der Krippe Trost gefunden haben mag, könne es auch jedem von uns ergehen: „Wer für Augenblicke wegschauen kann von der eigenen Not und hinschaut auf das Kind in der Krippe, findet hier Ruhe und Stille.“

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (Kirchenkreis Regensburg)
Über Jesaja 9, 1-6 predigt am Heiligabend Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (Kirchenkreis Regensburg) in der Neupfarrkirche Regensburg. In der Begegnung mit dem Kind, das Jesus heißt, so der Regionalbischof, könnten wir Menschen entdecken, was für die Zukunft unserer Kinder wichtig sei, nämlich Hoffnung, Glauben und Liebe. Am 25. Dezember spricht der Regionalbischof in seiner Predigt in der Dreieinigkeitskirche Am Ölberg in Regensburg über Titus 3, 4-7. In jedem Gottesdienst, so Dr. Weiß, auch im Weihnachtsgottesdienst, gehe es um nichts anderes, als um den Glauben eines jeden einzelnen, mit welchen Gefühlen er auch zum Gottesdienst komme, wie gut oder schlecht ihm sein
Leben sonst gelinge.

Susanne Hassen, Pressesprecherin
München, den 22. Dezember 2005

Die Predigten, soweit vorhanden, können angefordert werden unter poep@elkb.de


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