Pressemitteilung vom 22.09.2000
Seeon/München. Landesbischof, Landeskirchenrat und Landessynodalausschuss der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern haben sich auf ihrer gemeinsamen Sitzung in Seeon mit der Erklärung "Dominus Iesus" der Römisch-Katholischen Glaubenskongregation, deren Vorsitzender Joseph Kardinal Ratzinger ist, befaßt. Gemeinsam erklären diese kirchenleitenden Organe der bayerischen Landeskirche:
"Wir sind Gott dankbar, dass unsere Kirche auf eine 2000jährige Geschichte zurückblicken kann. Wir sind überzeugt, dass die Evangelisch-Lutherische Kirche vollen Anteil an der Kirche Jesu Christi hat. Wir glauben, dass Jesus Christus allein darüber befindet, wer zu seiner Kirche gehört. In diesem Bewusstsein suchen wir das Gespräch mit anderen Kirchen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche und die Römisch-Katholische Kirche sind seit Jahren auf dem Weg zu einer intensiveren Gemeinschaft. Die Erklärung zur Rechtfertigungslehre aus dem vergangenen Jahr ist dafür ein deutliches Zeichen. Wir bedauern, dass die Erklärung "Dominus Iesus" geeignet ist, die ökumenischen Bestrebungen hin zu einer versöhnten Verschiedenheit zu behindern. Wir müssen darin den Versuch erkennen, die betreffenden Texte des II. Vatikanischen Konzils enger zu interpretieren.
Wir fordern die Mitglieder unserer Kirche auf und bitten die Schwestern und Brüder der Römisch-Katholischen Kirche, in dem Bestreben um die versöhnte Verschiedenheit zweier gleichberechtigter Partner nicht nachzulassen.
Andreas Rickerl, Kirchenrat
Pressereferent der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
22.9.2000

