Pressemitteilung vom 21.01.2005

Kirchliche Trauerfeier zum Tod Rudolph Moshammers
Seelsorge und Trost für Trauernde

M ü n c h e n , 21.01.2005 – Vor der Bestattung des ermordeten Modehändlers Rudolph Moshammer auf dem Münchener Ostfriedhof findet am kommenden Samstag um 10 Uhr in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz eine kirchliche Trauerfeier für Freunde und Hinterbliebene statt, die Pfarrer Christian Stalter von der evangelischen Kirchengemeinde Grünwald leitet.

Im Vorfeld trat Pfarrer Stalter Unterstellungen entgegen, Moshammer, der aus der evangelischen Kirche ausgetreten war, erfahre eine Art ‚Sonderbehandlung’, etwa seiner Prominenz oder seines Reichtums wegen. Der Geistliche betont: „Ich erlebe es oft, dass Hinterbliebene um kirchliche Begleitung auf dem letzten Weg bitten, auch wenn der Verstorbene, ob reich oder arm, aus der Kirche ausgetreten war.“ Falls nicht der Wille des Verstorbenen dem unmissverständlich entgegenstehe, so Stalter weiter, sei für ihn die seelsorgerliche Aufgabe vorrangig, trauernden Hinterbliebenen mit Trost und Hilfe zur Seite zu stehen.

Seelsorgerlicher Beistand und christlicher Trost erbeten
„Menschen aus dem engen Umfeld von Herrn Moshammer sind auf mich zugekommen und haben mich um seelsorgerlichen Beistand gebeten“, erklärt der Geistliche und ergänzt: „Auch in der Bevölkerung warten viele Menschen auf eine Möglichkeit, ihrer Trauer Ausdruck geben zu können und dabei christlichen Trost zu erfahren. Dazu dient diese kirchliche Trauerfeier, bei der wir im Übrigen eines Menschen gedenken, der zu
Lebzeiten viel auch für kirchliche Projekte getan hat und so seine eigene Verbundenheit zu unserer Kirche zeigte.“

Kirchliche Begleitung am Samstag
Pfarrer Stalter weist zudem auf die wichtige liturgische Unterscheidung hin, dass es sich bei seinem Einsatz nicht um ein kirchliches Begräbnis handle. Am Grab selbst werde keine kirchliche Handlung stattfinden. Nach der Trauerfeier in der Allerheiligen-Hofkirche, einer säkularisierten, früher römisch-katholischen Kirche, spricht Stalter dann ohne Amtskleidung (Talar) in der Aussegnungshalle des Ostfriedhofs nach einer kurzen liturgischen Besinnung und dem gemeinsamen Beten des Vaterunsers den Segen für die Trauergemeinde.

ACHTUNG: für das Folgende und den Anhang gilt SPERRFRIST bis Samstag, 22.01.2005, 10 Uhr

Wohlstand, Einsamkeit, Engagement: Würdigung Moshammers in der Predigt von Pfarrer Stalter
Seiner Ansprache legt Pfarrer Stalter ein biblisches Wort aus Psalm 30 zugrunde. „Du hast meine Klage in einen Reigen verwandelt“, ruft dort der Beter zu Gott. Die Predigt deutet dies im Hinblick auf das schillernde, aber auch wechselvolle Leben Moshammers. „Manches spricht dafür, dass bei allem Wohlstand vieles, sehr vieles unerfüllt blieb“, gibt Stalter zu bedenken und benennt damit auch Moshammers tiefen Schmerz über den Verlust seiner Familie sowie Zeichen seiner späteren „weiten Einsamkeit“ hinter aller glitzernden Geselligkeit. Weiter spricht Stalter auch das unermüdliche soziale Engagement des Verstorbenen an, etwa für die Obdachlosenhilfe der Inneren Mission München und der St.-Lukas-Kirche. „Diese Hilfe war seine Weise, verantwortungsvoll zu wirken und so Gott zu loben“, würdigt der Pfarrer den Menschen Rudolph Moshammer sowie dessen karitatives Wirken mit christlichem Hintergrund.

Markus Hepp, Pressesprecher


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