Pressemitteilung vom 20.04.2003
Ostern durchbricht die Logik des Todes
Osterpredigt von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler
München. In ihrer Osterpredigt in St. Lukas, München, stellte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler die Macht Gottes heraus, der irdisches zum ewigen Leben wandle. Gott habe den Tod überwunden und mache lebendig - schon mitten im Leben.
Das stille Festhalten am Tod zerstöre das eigene Leben und das Leben anderer: "Wer in der Logik des Todes gefangen bleibt, ist von Erde genommen und kehrt zur Erde zurück. Er wird auch andere so behandeln", so die Regionalbischöfin. "Wenn tot nicht lebendig werden darf, müssten wir weiter diese idiotischen Kriege hinnehmen, die mit dem Pathos des angeblich Unvermeidlichen geführt werden. Dann müssten wir weiter diese brutalen Diktatoren hinnehmen, die ihr Volk elend knechten. Wir müssten hinnehmen, dass überall auf der Welt Menschenwürde missachtet wird."
Gedanken, Worte und Taten könnten potentiell beides: Waffen des Todes oder des Lebens schmieden - in Partnerschaft und Familie, in Wissenschaft und Forschung, zwischen Völkern und Staaten. "Je nachdem, welche Seiten Menschen in sich leben lassen, kreuzigen sie nach Kräften mit, führen Kriege, bomben Kinder und Erwachsene nieder, setzen Giftgas ein, foltern und vergewaltigen - oder sie kämpfen mit den Waffen des Wortes und der guten Tat für Frieden und Gerechtigkeit. Wir haben, ob Mann oder Frau, immer alle Möglichkeiten in uns selbst", so Susanne Breit-Keßler. Es diene uns selbst und anderen, wenn wir unsere Abgründe sehr genau kennen und mit ihnen umzugehen verstehen, wenn wir wissen, was es in uns an Hass und an Liebe gibt. Die Liebe Gottes, die stärker ist als der Tod, diese christliche Osterhoffnung gelte es bekannt zu machen und zu leben.
Der Ostergottesdienst aus St. Lukas, München, wird vom Bayerischen Rundfunk/Hörfunk auf BR 1 von 10.00 bis 11.00 Uhr übertragen.
Andrea Stocker, Kirchenrätin
Pressesprecherin
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
20.04.03

