Pressemitteilung vom 20.04.2003

"Gott ist stärker als der Tod"
Osterpredigt von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich

München. In seiner Osterpredigt in St. Matthäus, München, hob Landesbischof Dr. Johannes Friedrich trotz alle Schrecken der Zeit die frohe Botschaft der Auferstehung hervor. Furcht und Entsetzen bestimmten unser Denken über die gegenwärtige Situation im Nahen Osten: "Zwar sieht es so aus, als sei der Irak-Krieg schon beendet, aber über der Erleichterung, dass sich viele unserer Befürchtungen - etwa die nach einem quälend langen Krieg - nicht bewahrheitet haben, können wir die Menschen nicht vergessen, die in den letzten Wochen ihr Leben lassen mussten", so Friedrich. Er denke auch an die vielen Kranken und Verletzten in den Krankenhäusern, denen wegen des Krieges und seiner Folgen nicht ausreichend geholfen werden könne und an die Kinder, die durch verunreinigtes Wasser sterben.

Das Erschrecken bestimme auch das Osterevangelium. Und doch beinhalte die Osterbotschaft den Trost und die Freude, dass mit dem Tod nicht alles aus und vorbei sei: "Wir aber kennen die Bedeutung dieses leeren Grabes für unseren Glauben: als Bild dafür, dass Jesus Christus nicht an dem Endpunkt menschlichen Lebens, wie wir ihn kennen, stehengeblieben ist, sondern diesen durchschritten und überwunden hat", so der Landesbischof.

Das Bild der Auferstehung untermauerte schon im Judentum die Überzeugung: "Gott ist stärker als der Tod. Er ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten." Das Auferstehungsgeheimnis werfe jedoch Fragen auf, denn es benenne die Schwierigkeit, Dinge für wahr zu halten, für die man keine eindeutigen Beweise habe. Auferstehung sei aber nicht nur eine menschliche Denkvorstellung, sondern ein Handeln Gottes, das auf die große Liebe Gottes zu den Menschen hinweise.

Der Glaube an den Auferstandenen beginne in der Begegnung mit ihm und in den Berichten davon. Er verdanke sich der Verkündigung derer, die Gottes Gegenwart erfahren haben und die es weitersagen im Neuen Testament. Landesbischof Dr. Johannes Friedrich schloss mit dem Aufruf, diese frohe Osterbotschaft weiterzuerzählen, "gerade auch in diesen Wochen - weitererzählen, dass Jesus lebt, dass Gott stärker ist als der Tod, als alle Gewalt, aller Schmerz, alles Leid".

Andrea Stocker, Kirchenrätin
Pressesprecherin
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

20.04.03


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