Pressemitteilung vom 11.12.2006

Feierliche Verabschiedung:
Oberkirchenrat Dr. Hartmut Böttcher geht in Ruhestand

Im Rahmen eines Gottesdienstes in der Basilika St. Bonifaz in München wurde heute Oberkirchenrat Dr. Hartmut Böttcher in den Ruhestand verabschiedet. Der 63-jährige promovierte Jurist ist seit 1994 Mitglied des Landeskirchenrats der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) und leitet seit 1996 die Abteilung „Gemeinde“ im Landeskirchenamt. Er war 26 Jahre im Dienst der bayerischen Landeskirche.

Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in seiner Würdigung: „Dr. Böttcher ist ein Kirchenjurist aus Überzeugung und aus Leidenschaft, der sehr viel Ahnung von Theologie hat. Und er wird von Dekaninnen und Dekanen hoch verehrt: weil diese alle wissen, dass er der Fürsprecher und der Sorgende für die Gemeinden und Dekanate war.“

Böttcher studierte Rechts- und Politikwissenschaft in Heidelberg und München. 1978 trat er als Jurist in den kirchlichen Dienst im Kirchenrechtlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Zuvor hatte er sein Referendariat am Oberlandesgericht München geleistet, war tätig als Staatsanwalt, Rechtsanwalt und wissenschaftlicher Assistent.

1980 wechselte Böttcher in den Dienst der ELKB und wurde 1994 als Oberkirchenrat in den Landeskirchenrat berufen. Seit Mai 1996 leitet Böttcher die Gemeindeabteilung und war darüber hinaus zuständig für die Bereiche Kirchensteuern, Mitgliedschaftsfragen und Staatskirchenrecht. Darüber hinaus genießt Böttcher einen ausgezeichneten Ruf als Experte der Geschichte der bayerischen Landeskirche.

Zu den großen Erfolgen seiner Amtszeit gehört – neben der großen Reform der Kirchenverfassung 1999 - die Einführung eines neuen Budgetierungssystems für die Gemeinden der bayerischen Landeskirche, das ab dem Jahr 2007 in Kraft tritt. „Ich wünsche sehr, dass wir damit ein transparenteres und gerechteres Finanzausgleichsystem innerhalb unserer Kirche geschaffen haben“, so Böttcher. Die Gemeindeabteilung hat er nicht nur mit juristischem Verstand geleitet - „mein Herz hat immer für die Kirchengemeinden geschlagen“, äußerte sich Böttcher rückblickend.

Für den Ruhestand hat sich der passionierte Pfeifenraucher und ausgewiesene Kenner fränkischer Weine schon einiges vorgenommen: Eine neue Auflage des von ihm mitverfassten Kirchenrechtslehrbuchs „Evangelisches Kirchenrecht in Bayern“ steht an; einige wissenschaftliche Aufsätze sind zu schreiben. Und dann will Böttcher Bücher übersetzen, aus dem Norwegischen ins Deutsche. „Nicht nur Fachaufsätze, gerne auch Belletristik“, wie er betont. Kein Problem für einen Mann, der neben Norwegisch auch noch fließend Schwedisch und Dänisch spricht und Kenntnisse in Isländisch und Altnorwegisch vorweisen kann.

Böttchers Nachfolger, der Jurist Dr. Hans-Peter Hübner, tritt sein Amt im Januar 2007 an.

Johannes Minkus, Pressesprecher
München, 11. Dezember 2006


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