Pressemitteilung vom 09.09.2005

-- Es gilt das gesprochene Wort --

Gegen das allgegenwärtige Jammern und Klagen in Deutschland, speziell jetzt kurz vor der Bundestagswahl wandte sich der Landesbischof der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Dr. Johannes Friedrich, bei seiner Predigt im Berliner Dom an diesem Sonntag. Er forderte eine Kultur der Geduld und Toleranz, die in der Gewissheit des Glaubens ihre Grundlage und ihr Ziel haben müsse.

Als Beispiel nannte er Christen in Afrika, die trotz widriger Lebensumstände, vor allem durch AIDS, große Fröhlichkeit und Optimismus an den Tag legen würden. Als Europäer könnten wir hier durchaus lernen, diese bei vielen abhanden gekommene Gewissheit wiederzuerlangen. Dabei dürften wir jedoch „unsere Lehren aus der Aufklärung nicht vergessen“, damit Fundamentalismus und Intoleranz weder im Christentum noch in anderen Religionen Fuß fassen könnten. In diesem Zusammenhang erinnerte Friedrich an den 11. September 2001 vor genau vier Jahren.

Mit dem Predigt-Text aus den Klageliedern des Jeremia wünschte sich der Theologe Raum für das Klagen, aber ebenso „Raum für die Stille, für das gemeinsame, leise Aushalten alles Schweren“ und letztendlich Raum für den Jubel, die Fröhlichkeit, eben die Gewissheit im Glauben. In diesem Sinne „können wir auch in aller Ruhe an das schwere Werk des Wählens am kommenden Sonntag gehen.“

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Hassen, Pressesprecherin
München, den 9. September 2005

Der vollständige Predigttext kann angefordert werden unter poep@elkb.de


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