Pressemitteilung vom 09.06.2006

Ökumene ist Pflichtfach

Bei der Feier der Gründung der gemeinsamen Deutschen Ordensoberenkonferenz (DOK) in St. Ottilien, sagte die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, in Anwesenheit des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Erwin Josef Ender, Ökumene sei kein freiwilliges Wahl-, sondern ein „wunderbares Pflichtfach“. Unbeschadet aller Unterschiede, die die Konfessionen nicht trennen, sondern unterschiedlich profilieren würden, hätten Christen und Christinnen gemeinsam das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen.

Das Evangelium, so Breit Kessler, sei die Botschaft der Freiheit. Christen und Christinnen seien individuell frei zum getrosten Leben und Sterben. Gesellschaftlich seien sie frei als „Protestleute gegen den Tod“ – gegen jede Bedrohung des Lebens noch vor der Geburt oder neuerdings auch an seinem Ende, gegen Menschenverachtung und Antisemitismus, gegen Krieg. Die Ständige Vertreterin wörtlich: „Wir sind frei, um uns einzusetzen für Integration, für ein tolerantes und respektvolles Miteinander, für
die Achtung vor allem Gott geschenkten Leben.“

In der „geistvollen Nähe“ zwischen evangelischer Kirche und Ordensgemeinschaften, die auf zahlreichen persönlichen und herzlichen Kontakten basierten, spiegele sich auch das Wissen darum wider, dass geistliche Orden und Gemeinschaften die ersten waren, die in der Geschichte der Kirche nach der Reformen verlangt hätten – noch bevor es die Reformation gegeben habe. Breit-Keßler bezeichnete die Ordensgemeinschaften als „Segen“ für Kirche und Gesellschaft.

Die drei deutschen Ordensobernvereinigungen der Priester-, Brüder- und Schwesternorden haben sich in der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zusammengeschlossen. Zur ersten Vorsitzenden der gemeinsamen Konferenz wurde Aloisia Höing ( Generaloberin der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel) gewählt. Zweiter Vorsitzender der DOK ist der Hermann Josef Kugler, Abt der niederbayerischen Abtei Windberg. Die neue Deutsche Ordensobernkonferenz wird die Interessen aller katholischen Ordensgemeinschaften mit Sitz in Deutschland wahrnehmen. Zu ihren Mitgliedern gehören ca. 460 Obere, die insgesamt rund 30.500 Ordensfrauen und -männer in Deutschland vertreten.

Susanne Hassen, Pressesprecherin
München, den 9. Juni 2006


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