Pressemitteilung vom 09.06.2006
„Spiritualität ist eine Geisteshaltung“
„Es ist unser Auftrag, eigene christliche Identität und klares protestantisches Profil auszubilden oder weiterzuentwickeln“, sagte Susanne Breit-Keßler, Ständige Vertreterin des Landesbischofs und Regionalbischöfin von München und Oberbayern, jetzt in München vor den Teilnehmern der Europäischen Hochschulpfarrerkonferenz in St. Bonifaz. In ihrem Grußwort betonte sie, dass Spiritualität ganzheitlich, sowohl individuell als auch gesellschaftlich, gedacht und gelebt werden müsse. „Spiritualität ist eine Geisteshaltung“, so die Theologin, und in bestem lutherischen Sinne die „Freiheit, mit der wir unseren Glauben leben.“
In einer Stadt wie München mit seiner Ambivalenz von Gesellschaft und Einsamkeit, Reichtum und Armut, mit „Sehnsucht nach Eindeutigkeit“ und einem „Supermarkt weltanschaulicher Möglichkeiten“ sei es die Aufgabe aller Seelsorgenden, auch der an den Hochschulen tätigen Theologen, der kollektiven Sehnsucht nach spiritueller Begleitung Rechnung zu tragen. Denn, so die Regionalbischöfin, „einer Konfession anzugehören bedeutet in der Gegenwart den Erwerb einer persönlichen Haltung, die
kritisch-flexibel, in der Regel auch langfristig reflektiert ist.“ Dazu brauche es „eine eigene geistliche Kultur und die achtsame Pflege der eigenen Frömmigkeit.“
Susanne Hassen, Pressesprecherin
München, den 9. Juni 2006

