Pressemitteilung vom 08.10.2001
Stellungnahme von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
Auf Anfrage des epd erklärt Landesbischof Dr. Johannes Friedrich zur aktuellen Situation in Afghanistan:
"Die militärischen Angriffe der USA und Großbritanniens auf Ziele in Afghanistan sind Reaktion auf den grauenvollen Terror, der am 11. September die Welt erschüttert hat. Die Terroristen, die für die Anschläge des 11. September Verantwortung tragen, müssen gefasst und bestraft werden - das ist Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, eine Aufgabe, die nur anerkannt werden kann. Zugleich weise ich darauf hin: Für Frieden und Gerechtigkeit braucht es langfristige politische und humanitäre Maßnahmen, die niemals durch militärische Schläge ersetzt werden können.
Ich hoffe und bete, dass die Zivilbevölkerung Afghanistan möglichst weitgehend verschont wird. Ich rufe die Kirchengemeinden in unserer Landeskirche auf, beharrlich für Frieden und Gerechtigkeit zu beten.
Ich bin dankbar dafür, dass die USA wie insgesamt die Vereinten Nationen große Anstrengungen unternehmen, um humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Afghanistans zu leisten. Ich rufe dazu auf, mit Spenden an unser Diakonisches Werk dazu beizutragen, dass dringende Hilfsleistungen für Millionen afghanischer Flüchtlinge erbracht werden können:
Spendenaufruf des Diakonischen Werkes der EKD,
Konto 502-707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70,
Kennwort: "Flüchtlingshilfe Afghanistan-Konflikt".
Angesichts von Äußerungen des mutmaßlichen Terroristen Osama Bin Laden, der zum "heiligen Krieg" gegen Juden und Christen aufgerufen hat, appelliere ich an alle Repräsentanten des Islam in unserem Land und weltweit, sich eindeutig davon zu distanzieren und ihren Willen zum Frieden unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen."
Dieter Breit, Kirchenrat
Pressesprecher der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
08.10.01

