Pressemitteilung vom 06.04.2004
"Wertebildung gibt es nicht zum Nulltarif"
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich begrüßt die Entscheidung, den Religionsunterricht in der Grundschule nicht zu kürzen
München. "Wer eine gebildete Jugend haben will, muss in sie investieren. Bildung, gerade auch Wertebildung, gibt es nicht zum Nulltarif. Deshalb begrüße ich die Entscheidung der CSU-Landtagsfraktion und der bayerischen Staatregierung, den Religionsunterricht in der dritten und vierten Jahrgangsstufe der Grundschule nicht zu kürzen", so Landesbischof Dr. Johannes Friedrich zur Mitteilung des Vorsitzenden der CSU-Fraktion Joachim Herrmann. In dieser Mitteilung heißt es, dass die im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus diskutierte Kürzung des Religionsunterrichts in der dritten und vierten Grundschulklasse von drei auf zwei Wochenstunden zu Beginn des nächsten Schuljahres "nicht weiter verfolgt" wird.
Im Einvernehmen mit Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und Kultusministerin Monika Hohlmeier hat die CSU-Landtagsfraktion weiter mitgeteilt, dass die Kürzung des Religionsunterrichts "ein falsches Zeichen" sei. "Mit dieser Entscheidung sehe ich meine Erwartung bestätigt, dass die bayerische Staatsregierung gerade in einer Zeit, die von zunehmendem Werteverlust geprägt ist, nicht an der Werteorientierung sparen will", so Friedrich. "Dafür bin ich dankbar."
Friedrich: "Gerade im Interesse der Schülerinnen und Schüler und der Gesellschaft muss bei allem Verständnis für die Notwendigkeit von staatlichen Sparmaßnahmen diese Wertevermittlung geleistet werden. Ich hoffe sehr, dass diese wichtige Entscheidung von Dauer geprägt ist und nicht bei der nächsten Aufstellung des staatlichen Haushalts neu diskutiert wird."
Im Vorfeld hatten die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, die katholischen Bischöfe, das Landeskomitee der Katholiken wie auch Lehrer, Eltern und Schüler gegen die geplanten Kürzungen Widerspruch eingelegt. Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hatte im März noch einmal deutlich gegen die geplanten Streichungen protestiert: "Erhalt und Stärkung des Religionsunterricht dienen dem gesamten Gemeinwesen. Allen muss an der Vermittlung des Wertebewusstseins an kommende Generationen gelegen sein. Eine Kürzung des Religionsunterrichts in der 3. und 4. Jahrgangsstufe der Grundschulen widerspräche diesem Ziel", hieß es in dem Wort der Landessynode.
Andrea Seidel, Kirchenrätin
Pressesprecherin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
06.04.2004

