Pressemitteilung vom 05.04.2007
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich am Karfreitag in der Münchner Matthäuskirche:
Kreuz als Ausdruck der Seelsorge Gottes
Das Kreuz als Ausdruck der Seelsorge und Liebe Gottes stellte der Landesbischof der Evangelisch lutherischen Kirche in Bayern und Leitende Bischof der Vereinten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Dr. Johannes Friedrich, in das Zentrum seiner Predigt am Karfreitag in der Münchner St. Matthäuskirche. Christen könnten darauf hoffen, dass in ihrer Todesstunde Gott nicht auf ihre Sünden blicke, sondern auf Christus, der diese Sünden stellvertretend getragen habe.
In diesem Zusammenhang wandte sich Friedrich gegen die Vorstellung eines „weich gespülten“ Jesusbildes, das ohne Kreuzestheologie auszukommen meinte. „Eine Christusdeutung ohne Kreuz bleibt in fataler Weise an der Oberfläche des Menschseins hängen und verdunkelt das wahre Wesen Gottes als Liebe“. Friedrich beklagte, dass in vielen dieser „scheinbar modernen“ Vorstellungen über Jesus moralische Forderungen an die Stelle der Barmherzigkeit Gottes träten und damit die Menschen mit ihrer Schuld und ihrem Leid allein gelassen würden.
Demgegenüber betonte Friedrich, dass das Leiden und Sterben Jesu „Ausdruck der konsequenten Liebe Gottes“ seien, in der Gott den „Weg zum Menschen ganz gehen wollte“, denn zum Weg des Menschen gehörten Leiden und Sterben, Krankheit und Schmerzen.
Doch das Sterben Jesu am Karfreitag könne man nur in Verbindung mit der Auferstehung Jesu von den Toten an Ostern richtig deuten. „Weil der Gekreuzigte der Auferstandene ist, darf ich auf Leben hoffen.“
Johannes Minkus, Pressesprecher
München, 5. April 2007

