Pressemitteilung vom 04.04.2007
Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler:
„Feiertage sind Grundlage für menschenwürdiges Leben“
Anlässlich des Osterfestes hat die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, zu einem verstärkten gesellschaftlichen Engagement für den Schutz von Feiertagen aufgerufen. Unabhängig von religiösem Bekenntnis und Weltanschauung müsse dem Gemeinwesen insgesamt daran gelegen sein, Sonn- und Feiertage als wertvolle Zeiten der Besinnung auf grundlegende Lebenseinsichten wahrzunehmen. Nicht umsonst seien die Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ in einem besonderen Gesetz geschützt.
Breit-Keßler: „Der Karfreitag ist deshalb zu achten, weil er an Leiden und Sterben Jesu erinnert und deshalb für Christen von besonderer Bedeutung ist. Daneben ist es ein Tag, der die Realität von Tod und Sterben auch heute, von Verfolgung und Demütigung, von Menschenverachtung und Lebensfeindlichkeit auf dieser Welt thematisiert. Ostern ist der Tag der christlichen Auferstehungsfeier. Es ist auch das Fest, das die Notwendigkeit von Hoffnung angesichts des Todes ins Bewusstsein rückt – und damit die Frage, worauf Menschen ihr Leben gründen, woher sie ihre Kraft zur Veränderung nehmen. Pfingsten ruft den Geburtstag der Kirche ins Gedächtnis – und die Frage nach dem Geist, von dem wir uns individuell und gesellschaftlich leiten lassen. Ohne diese und andere Feiertage würde unser Gemeinwesen geprägte Zeiten verlieren, die jeweils ein existenziell wichtiges Thema aufgreifen und zum Engagement für eine menschenfreundliche Gesellschaft ermuntern.“
Die Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs warb für ein breit angelegtes gesellschaftliches Bündnis zum Schutz der Feiertage. Es werde der vielschichtigen Bedeutung der Feiertage nicht gerecht, wenn nur die Kirchen dieses Anliegen öffentlich verträten.
Vielmehr sei es „höchste Zeit, dass möglichst viele Persönlichkeiten in Politik und Gesellschaft den Stellenwert der Feiertage offensiv vertreten und sich gegen eine Marginalisierung zur Wehr setzen“, so Breit-Keßler. Im Mittelpunkt dürfe dabei nicht nur die Pflege bewährter Tradition stehen, sondern die gemeinsame Zukunftsfähigkeit. Zukunftsfähig sei eine Gesellschaft dann, wenn sie sich regelmäßig auf ihre Grundwerte besinne: „Unsere Gesellschaft sollte um ihrer Menschlichkeit willen ihre Kultur der Selbstreflexion nicht auf dem Altar zeitgeistiger Beliebigkeit, ungehemmter Ökonomisierung und falsch verstandener Toleranz opfern.“
Johannes Minkus, Pressesprecher
München, 4. April 2007

