Pressemitteilung vom 02.05.2006

Spitzengespräch um ehemaligen Landesbischof Meiser:
Evangelische Kirche will um Vergebung bitten
Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof, gemeinsam mit:
Arno Hamburger, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg und Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg

Am heutigen Dienstag, 2. Mai 2006, haben sich in den Räumen der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Nürnberg, Arno Hamburger (IKG-Vorsitzender), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly getroffen. Wie die Gesprächspartner berichten, fand das Gespräch „in einer herzlichen und freundlichen Atmosphäre statt, die von gegenseitigem Verständnis geprägt war“.

Der Landesbischof zeigte sich betroffen davon, wie sehr sich Arno Hamburger von den Worten des früheren Landesbischofs Hans Meiser von 1926 verletzt fühlt, die ihn in seiner Menschenwürde betreffen.

Gemeinsam stellten der IKG-Vorsitzende Arno Hamburger und Landesbischof Dr. Johannes Friedrich fest:

„Wir begrüßen es, dass der Landesbischof im Bedenkgottesdienst am 8. Juni 2006 die Schuld der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) unter der Führung von Landesbischof Hans Meiser bekennen und namens der Kirche alle um Vergebung bitten will, die persönlich oder deren Familien durch die Judenverfolgung und die Judenvernichtung im Holocaust betroffen sind, dafür, dass die ELKB damals sich nicht eindeutiger für diese Menschen eingesetzt hat. Wir sind uns darüber im Klaren, dass aus einem solchen Schuldbekenntnis Konsequenzen gezogen werden müssen.“

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly wertete das Gespräch als positiv. „Dieses Ergebnis wird Grundlage für die weitere Diskussion im Rathaus sein“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Susanne Hassen, Pressesprecherin
München / Nürnberg, den 2. Mai 2006


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