Pressemitteilung vom 14.10.2006
Politik-Beauftragter der Landeskirche beim CSU-Parteitag in Augsburg:
Integration ist eine Investition in Frieden und Wohlstand. Warnung vor inflationärem Reden über Werte.
Als Investition in Frieden und Wohlstand bezeichnete der Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bei Landtag und Staatsregierung, Kirchenrat Dieter Breit, die Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung, die in Deutschland lebten. Integration gelinge jedoch nur in einem gemeinsamen Geist der Aufmerksamkeit für die Chancen anderer. Unverzichtbare Voraussetzung jeder Integration sei, dass sowohl die gesellschaftliche Mehrheit als auch Minderheit „dazu Ja sagen“, so der Kirchenrat in seinem Geistlichen Wort anlässlich des CSU-Parteitages am 14. Oktober in Augsburg.
„Integration kostet Kraft und Geld“. Von ihr profitierten aber nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern das Gemeinwesen insgesamt. Dies seien Grundeinsichten, die „durchaus unbequem sein können, wenn man sie ernst nimmt“, so der kirchliche Politik-Beauftragte.
Die Zukunftsfähigkeit unseres Gemeinwesens sei davon abhängig, dass Klarheit über den Wertekanon herrsche, wie er im Grundgesetz festgeschrieben sei, erklärte Breit. Es sei deshalb zu begrüßen, dass auch im Zusammenhang mit der Integrationsthematik darüber eine öffentliche Debatte geführt werde.
Allerdings müsse vor „fast schon inflationärem Reden über Werte“ gewarnt werden. Dieses könne insgeheim dazu dienen, „uns die konkrete Frage vom Leib zu halten, wovon wir selbst überzeugt sind und leidenschaftlich eintreten.“
Die Bibel spreche aus gutem Grund niemals abstrakt von Werten, sondern von Gottes Geschichte mit den Menschen, von Gottes Geboten, die dem Leben dienten, von Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Sünde und Buße. Der christliche Glaube sei kein Glaube an Prinzipien, sondern das Vertrauen auf Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden sei und damit ein für allemal klargemacht habe, was ihm jeder Mensch wert sei.
>> Die Ansprache im Wortlaut können Sie hier lesen.
Michael Mädler, Stellv. Pressesprecher
München, 13. Oktober 2006

