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In Gedenken an den Holocaust
Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ist der Erinnerung an die über sechs Millionen getöteten Juden und die unzähligen weiteren Opfer während des Nationalsozialismus gewidmet. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog erhob 1996 diesen Tag zum nationalen Gedenktag in Deutschland. Der Gedenktag solle als „nachdenkliche Stunde inmitten der Alltagsarbeit“ begangen werden. „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, so Herzog in seiner Proklamation. Weitere Hintergrundinfos finden Sie auf unseren Seiten: http://www.bayern-evangelisch.de/www/engagiert/gedenktage.php
In Bayern finden am Mittwoch, 27. Januar, diverse Gedenkveranstaltungen statt. So lädt etwa das Dekanat Nürnberg zu einer Gedenkfeier in die Reformations-Gedächtnis-Kirche, Berliner Platz, Maxfeld, in Nürnberg ein. Der inhaltliche Teil wird dieses Jahr von Schülern der Nürnberger Adolf-Reichwein-Schule, die im vergangenen Jahr die Gedenkstätte des KZ Auschwitz besucht haben, vorbereitet: im vergangenen Jahr haben sie die Gedenkstätte des KZ Auschwitz besucht und werden ihre Eindrücke sprachlich und musikalisch darstellen. Außerdem wirken Vertreter der Stadt, der katholischen Stadtkirche, der Israelitischen Kultusgemeinde sowie der evangelischen Kirche mit. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeine, Arno Hamburger, wird die Bedeutung des Erinnerens für die Gegenwart aus jüdischer Sicht, der Nürnberger Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche aus christlicher Sicht beschreiben. Gelegenheit zum Gespräch bei Wein und Brot ist anschließend im Umgang der Kirche. Beginn der Gedenkfeier ist um 19.30 Uhr.
Gedenken an NS-Widerstandskämpfer Hans Leipelt
Auch das Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, in Dachau, öffnet seine Pforten zum "Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus": auf dem Programm steht ein "Zeitzeugengespräch" mit dem jüdischen Dachau-Überlebenden Solly Ganor (81). Beginn des Gesprächs ist um 19 Uhr. Gelegenheit zum Gedenken an die Opfer des Holocausts gewährt überdies die Evangelische Versöhnungskirche in Dachau am Sonntag, 31. Januar: Diakon Klaus Schultz gestaltet gemeinsam mit dem katholischen Religionslehrer Burkhard Samson den "Gottesdienst zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus". Beginn des Gottesdienstes ist um 11 Uhr.
Das Bayerische Fernsehen präsentiert überdies am Mittwoch, 27. Januar, sowie am Samstag, 30. Januar, einen Themenschwerpunkt zum Holocaust. Neben verschiedenen Spielfilmen (z.B. "Ein Geheimnis" unter der Regie von Claude Miller, ein auf mehreren zeitlichen Ebenen angesiedeltes Drama über eine jüdische Familie, deren Leben sich um ein dunkles Geheimnis rankt, Beginn um 21.45 Uhr) zeigt der Sender auch einen besonderen Dokumentarfilm in einer Premiere: "Der weiße Raabe - Max Mannheimer" von Carolin Otto über den Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer, der als Vortragsreisender die Erinnerung an die Vergangenheit wachhält (am Samstag, 30. Januar, Beginn um 21.55 Uhr).
"... und ihr Geist lebt trotzdem weiter!"
In der evangelischen Versöhnungskirche Dachau wurde bereits am vergangenen Wochenende der Holocaust-Opfer gedacht. An den 65. Todestag des NS-Widerstandskämpfers Hans Leipelt erinnerte Pfarrer Björn Mensing mit einem Gedenkgottesdienst am vergangenen Sonntag, 24. Januar. Der Student Leipelt hatte als Mitglied der "Weißen Rose" Flugblätter gegen das NS-Regime verteilt und wurde am 29. Januar 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet. NS-Widerstandskämpfer Leipelt wurde am 18. Juli 1921 in Wien geboren und wuchs in Hamburg auf. 1940 wurde er als "Halbjude" unehrenhaft aus der Wehrmacht entlassen. Der Vater starb im September 1942, womit die Mutter, die als "Volljüdin" galt, den Schutz der "privilegierten Mischehe" verlor. Leipolt verfasste Flugblätter mit den Geschwistern Scholl. Nach der Verhaftung von Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst tippte er mit seiner Freundin Marie-Luise Jahn das letzte Flugblatt mit der Überschrift "…und ihr Geist lebt trotzdem weiter!". Das Paar wurde später denunziert und inhaftiert. Leipelt wurde im Gefängnis von München-Stadelheim enthauptet, seine Freundin Marie-Luise Jahn am 29. April 1945 von US-amerikanischen Soldaten aus dem Zuchthaus Aichach befreit. Jahn lebt heute in Bad Tölz.

