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„Immer das Wohl der Kirche im Blick“ – Landeskirche nimmt Abschied von Altlandesbischof Hermann von Loewenich

Landesbischof Dr. Johannes Friedrich hat seinen Vorgänger im Bischofsamt, Hermann von Loewenich, als einen Mann, der „in hervorragender Weise politisches Engagement für die Entrechteten, insbesondere für die Asylsuchenden“ verbunden habe mit einer deutlichen Betonung der Spiritualität in der Kirche. In einem Trauergottesdienst am Dienstag in der Nürnberger St. Lorenzkirche erinnerte Friedrich daran, dass in der vergleichsweise kurzen Amtszeit von Loewenichs als Bischof bedeutende kirchenpolitische Entscheidungen gefällt wurden: die Zustimmung aller kirchenleitenden Organe zur Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre, die richtungsweisende Erklärung zum Thema Christen und Juden 1999 in Nürnberg, aber auch die Einführung des neuen Gesangbuches. Der Wille, die Strukturen der Kirche zu verändern, so Friedrich, habe von Loewenich bei allen Stationen seines dienstlichen Weges begleitet. Doch Ziel seines Engagements sei stets gewesen, „das Evangelium der Botschaft von Kreuz und Auferstehung zur Geltung zu bringen“. Dabei habe von Loewenich in allen kirchlichen Ämtern „immer das Wohl der ganzen Kirche“ im Auge gehabt.

Die Präsidentin der Landessynode, Dr. Dorothea Deneke-Stoll, erinnerte in ihrer Würdigung daran, dass Hermann von Loewenich zwischen 1972 und 1985 als Mitglied der Landessynode der ELKB und als Sprecher des synodalen Arbeitskreises „Offene Kirche“ viel bewegt habe. Besonders beeindruckt habe sie sein Eintreten für die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kirche. In von Loewenichs Amtszeit fiel der Wegfall des Vetoparagraphen, nach dem ein Pfarrer dem Einsatz einer Pfarrerin in seiner Gemeinde widersprechen konnte. In der Debatte um das Kirchenasyl habe von Loewenich „engagiert und mutig“ auch „Kontroversen mit der Staatsregierung“ nicht gescheut. Mit Altlandesbischof von Loewenich habe die bayerische Landeskirche einen Repräsentanten verloren, der das kirchliche Leben „über Jahrzehnte wesentlich mitgeprägt“ habe und sich „um unsere Kirche in höchstem Umfang verdient gemacht“ habe, so Deneke-Stoll.

Hermann von Loewenich war von 1994 bis 1999 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er starb 77-jährig am 18. Dezember 2008 in Nürnberg.