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"Ich bringe einen guten Grundstock mit"

(c) Dekanat Wuerzburg

Breitenbach ist seit 1999 Dekan in Würzburg und zugleich Vorsitzender des örtlichen Diakonischen Werkes. 2007 wurde er in die bayerische Landessynode gewählt. Rummelsberg kennt er gut. Von 1985 bis 1988 durchlief er an der dortigen Gemeindeakademie, deren Leitungsteam er später angehörte, die Ausbildung zum Gemeindeberater.

Breitenbachs künftiger Vorstandskollege, Diakonensprecher Martin Neukamm, zeigte sich von Breitenbachs kommunikativen Fähigkeiten überzeugt: „Unsere neue Kultur der Offenheit, Transparenz und Kollegialität wird von ihm mit Sicherheit gestärkt werden.“ Diakoninnen-Verteterin Andrea Heußner würdigte Breitenbachs Verbindung zu Rummelsberg und seine Erfahrung als Theologe.

Der bisherige Rektor Bub hatte Ende 2009 völlig überraschend seinen Rücktritt erklärt. Als Gründe nannte er Querschüsse aus den eigenen Reihen und als unfair empfundene Pressekritik an der Rummelsberger Chefetage. Eigentlich war von Bub erwartet worden, dass er das Diakonie-Unternehmen nach dem Skandal um seinen Vorgänger Karl Heinz Bierlein wieder in ruhiges Fahrwasser bringt. Bierlein war wegen gefährlicher Körperverletzung an jungen Diakonen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden und musste alle Ämter aufgeben.

Die Redaktion von "bayern-evangelisch.de" hat Dekan Günter Breitenbach zu seinem neuen Amt befragt:

Herr Breitenbach, mit welchen Gefühlen blicken Sie Ihrer neuen Aufgabe als neuer Chef der Rummelsberger Diakonie und als Rektor der diakonischen Gemeinschaften entgegen?

Breitenbach: „Mit positiven Gefühlen. In Rummelsberg wird gerade der Beginn einer neuen Entwicklungsphase eingeleitet, und ich freue mich darauf, diese neue Phase begleiten und mitgestalten zu dürfen. Mit Rummelsberg verbindet mich eine lange Geschichte, von 1985 bis 1988 habe ich an der dortigen Gemeindeakademie die Ausbildung zum Gemeindeberater durchlaufen, lange Jahre dem dortigen Leitungsteam angehört. Insofern bringe ich einen guten Grundstock mit, auf dem ich aufbauen kann.“

Mit welchen Strategien wollen Sie das Diakonie-Unternehmen nach dem Skandal um Karl Heinz Bierlein wieder in ruhiges Fahrwasser bringen?
Breitenbach: „Mit Vertrauen. Eine Organisation, in der so viele Menschen zusammenarbeiten, wächst und gedeiht in einer Kultur des Vertrauens. Dazu gehört, dass sich die Rummelsberger ihrer grundlegenden Identität bewusst bleiben, sich zurückbesinnen auf den Kern ihrer Arbeit in den drei wichtigsten Einsatzbereichen, den diakonischen Diensten in der Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, der Altenhilfe. Und natürlich im Amt des Diakons und der Diakonin. Indem sie sich die Frage stellen: ,Warum machen wir das, warum üben wir diese unsere Arbeit aus?‘ Dass sie sich ihren Leitsatz zurück ins Herz holen: ,In der Liebe tätig sein‘ - das ist durch die Vergangenheit nämlich nicht verloren gegangen.“

Aber möglicherweise hat in der Vergangenheit die Ruhe für die Rückbesinnung darauf gefehlt…
Breitenbach: „Ruhe hat in der Tat gefehlt. Die Menschen in Rummelsberg sind von innen und außen beunruhigt worden. Ihr Potential ist dadurch aber nicht verloren gegangen, es ist nach wie vor da und muss nun aufgenommen und kanalisiert werden.“

Wie wollen Sie das konkret anstellen?
Breitenbach:
„Indem ich meinen Mitarbeitenden ein gutes Miteinander vorlebe, ihnen auf Augenhöhe begegne. Ich kann mich gut auf Menschen und Situationen einstellen und diese wahrnehmen. Ich plädiere für einen guten Informationsfluss, einen offenen Austausch zwischen mir und den Teams und Gremien, dafür, nicht verdeckt zu arbeiten, sondern konstruktiv-kritisch in berufliche Diskurse einzusteigen. Es ist wichtig, Mitarbeitenden offen mitzuteilen, wie man denkt, damit sie die Möglichkeit haben, zu reagieren. Wobei ich mit Offenheit nicht Beliebigkeit meine, sondern eine Positionierung, in der ich selber klar wahrnehme, wo ich stehe und wo der andere steht.“

Herr Breitenbach, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Interview: Almut Steinecke

Quelle Text: epd