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Historisches Zentrum für Hoffnungen und Nöte

In seiner Ansprache hob Michael Grabow (Bild unten) die Besonderheit der Kirchweihe am 4. Februar 1610 hin; mit der Dreieinigkeitskirche hätten die Menschen in Haunsheim "ein Zentrum für ihre Hoffnungen und Nöte, für Glauben und Zweifel" erhalten, in welchem sie sich aufgefangen fühlten. Ein Zentrum gleichwohl, das mit seinem nunmehr 400-jährigen Bestehen eine stolze Historie nach sich zieht und als eine der wenigen erhaltenen klassischen Renaissancekirchen Deutschlands gilt. 

Der schwäbische Regionalbischof lobte das Selbstverständnis der "Geschwisterlichkeit der Konfessionen hier in Haunsheim", die so praktisch in ökumenischer Gastfreundschaft auch in der Überlassung der Kirche für Gottesdienste gelebt werde. Das Gotteshaus mit seinem so besonderen Geburtstag sei einmal mehr ein Ort, in dem Gott wohne und spürbare werde "in Raum und Ritual"; Grabow wünschte den Besuchern, dass Ihre Kirchentür auch künftig "immer offen ist für Menschen, die hier einen Ort der Stille, der Besinnung und des Gebets suchen, und dass wir uns in unseren Gemeinden die Türen ebenso füreinander aufhalten, wie unsere Herzen".

Schwarze, weiße, grün bemalte Holzkreuze

Angaben des Haunsheimer Heimatforschers Manfred Hassler zufolge hat der berühmte Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl die Fassade der 1610 geweihten Dreifaltigkeitskirche entworfen. Der damalige Besitzer des reichsfreien Haunsheims, "Reichspfennigmeister" Zacharias Geizkofler, war mit Baumeister Holl und weiteren anerkannten Architekten seinerzeit bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte entging die Kirche allen "modernen" Umgestaltungen. Sie steht inmitten eines außergewöhnlichen Friedhofs. Dort dürfen laut Friedhofsordnung auf die Gräber aller Verstorbenen nur schwarz, weiß und grün bemalte Holzkreuze gestellt werden.

Fachleute bezeichnen außer der Haunsheimer Kirche nur noch die Neuburger Schlosskapelle und die Münchner Michaelskirche als bedeutende Renaissancekirchen in Deutschland. Viele andere wurden in der Barockzeit verändert.

Lesen Sie hier die Predigt von Regionalbischof Michael Grabow im Original-Wortlaut!