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"Gegenüber und Miteinander"
Die Lutherkirche ist evangelisch, die Heilig Kreuz Kirche ist katholisch, dennoch haben die Gotteshäuser gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Sie stehen beide in München-Giesing, und sie sind beide ab diesem Wochenende Schauplatz für ein außergewöhnliches Kunstprojekt unter dem Titel "Gegenüber und Miteinander": Vom 11. April bis 24. Mai stellen acht Künstler mit Blick auf den "2. Ökumenischen Kirchentag" (ÖKT) in München Installationen und Fotografien unter dem Leitgedanken "Aufeinander-Zugehen" aus - ein Thema, das Karin Wolfgang, Pfarrerin der Lutherkirche, und Engelbert Dirnberger, Pfarrer der Heilig Kreuz Kirche, als sehr passend im Vorfeld zum ÖKT (12. bis 16. Mai in München) erachten.
"Mit dem Titel ,Gegenüber und Miteinander' des gemeinsamen Kunstprojektes", so die Geistlichen, "wird die aktuelle ökumenische Situation ganz gut beschrieben", allein angesichts der besonderen geografischen Situation der beiden Kirchen: sie stehen sich auf dem Giesinger Berg gegenüber, und trotz der räumlichen Nähe sind sie getrennt durch eine große, schwer zu überwindende Verkehrskreuzung; ein sicherer Übergang ist durch eine Unterführung möglich, die aber nicht auf Anhieb erkennbar ist - man muss sie suchen, um sie zu finden, ebenso, wie man sich auch innerhalb der Ökumene anstrengen muss, um die Unterschiedlichkeit beider Konfessionen als Bereicherung zu begreifen. "Das Kunstprojekt", bringt es Kurator Erno Vroonen, 53, auf den Punkt, "soll das Gespräch fordern, die Menschen dazu verführen in den Dialog zu treten, sich mit dem Gedanken der Ökumene lebendig auseinanderzusetzen."
Tod und Erlösung, Halt und Hoffnung
Acht Künstler thematisieren das Aufeinander-Zugehen, sowohl wiederum rein räumlich, da die Arbeiten sich in, zwischen und um die Kirchen herum befinden und die beiden Gotteshäuser dadurch verbinden, ebenso wie inhaltlich. Zu den Schaffenden zählt zum Beispiel Bo Christian Larsson: Der 34-jährige schwedische Künstler widmet sich in seiner Installation - einem Wandobjekt mit Runenschrift - dem Tod und der Erlösung. "Diese Themen haben mich fasziniert, weil sie so abstrakt sind", unterstreicht Larsson. Tod und Erlösung sind nicht greifbar für den Menschen, es sei denn, er bettet beides in Glauben ein; Larsson will den Besucher dazu reizen, diesen Blickwinkel einzunehmen, den Halt und die Hoffnung, die darin liegen, zu erspüren.
Das Kunstprojekt wird am Sonntag, 11. April, um 10 Uhr mit Gottesdiensten in den jeweiligen Kirchen zeitgleich eröffnet. In der Lutherkirche hält Pfarrerin Karin Wolfgang die Ansprache, in der Heilig Kreuz Kirche spricht Weihbischof Engelbert Siebler zu den Besuchern. Die Vernissage mit Reginoalbischöfin Susanne Breit-Kessler (Foto) und Weihbischof Engelbert Siebler erfolgt im Anschluss um 11.15 Uhr in der Icho-Grundschule, Ichostraße 2, in München-Giesing.
Weitere Informationen zu dem Kunstprojekt gibt es hier!

