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"Für eine friedvolle und lebenswerte Welt"
Die „Lateinamerikawoche“ ist ein Event mit Geschichte; bereits vor 36 Jahren wurde sie ins Leben gerufen, zu einer Zeit, „in der in Süd- und Mittelamerika überwiegend Militärdiktaturen waren und die Menschen unter schlimmsten Bedingungen lebten“, erläutert Manfred Beck, 38, Vorsitzender im veranstaltenden „Trägerkreis Lateinamerikawoche“, einem bundesweit einmaligen Projekt, in welchem engagierte Nürnberger Vereine und Initiativen sowie verschiedene evangelische und städtische Institutionen zusammenwirken. „Es entstanden in Nürnberg und in ganz Deutschland sowie Europa Solidaritätsgruppen zu einzelnen Ländern, die die ,Befreiungskämpfe‘ unterstützten“, so Beck. „Das Interesse an den Ländern ist zum Glück geblieben und nimmt in den letzten Jahren auch wieder zu.“
Mit ihrem bunten Programm trägt die „Lateinamerikawoche“ maßgeblich dazu bei. „Es werden aktuelle Entwicklungen und Informationen aus Ländern Mittel- und Südamerikas gezeigt, die z.B. beim Anbau von Soja für Bio-Sprit und Tierfutter oder dem Bau von Atomkraftwerken (Bürgschaften der Bundesregierungen, Siemens etc.) unmittelbar mit Deutschland und Europa zusammen hängen“, kündigt Beck an. „Außerdem ist es interessant, welche gesellschaftliche Veränderungen statt finden, die auch ein Vorbild für Europa sein können. Nicht zuletzt bietet die Lateinamerikawoche einen Ort zum Treffen, Diskutieren und miteinander Feiern.“
Ausstellung mit interaktiven Stationen "Land ist Leben" von Mission EineWelt
Ein gute Gelegenheit zur gegenseitigen kulturellen Inspirationen. „Wenn wir offen und bereit dazu sind, können alle Seiten von einander lernen, sich bereichern und für eine friedvolle und lebenswerte Welt zusammenarbeiten“, ist Beck sicher. Die Themen für einen konstruktiven Austausch werden lebendig vermittelt. Das zweisprachige deutsch-spanische Theaterstück „Malinche - Ein Herrrenabend“ zum Auftakt der Woche beleuchtete die Geschichte der Eroberung Mexikos mit dem Fokus auf ihre vielleicht bemerkenswerteste Randfigur neu. Ebenfalls zum Eröffnungswochenende gehörte traditionsgemäß der ökumenische Gottesdienst im lateinamerikanischen Stil für Jung und Alt. Er stand unter dem Motto "Leben braucht Land!"
Im Gottesdienst wurde im Lichte des Evangeliums über die Land-Frage in Lateinamerika und den Land- beziehungsweise Ressourcenverbrauch dort reflektiert; Aspekte, die auch die thematische Ausstellung mit interaktiven Stationen "Land ist Leben" von Mission EineWelt zu Land-Grabbing, Landnutzungskonflikten für Tank, Trog oder Teller, Land-Flucht und die Zukunft der Landwirtschaft beinhaltet. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Februar in der Villa Leon in Nürnberg zu sehen; dazu werden auch Workshops für Gruppen und Schulklassen angeboten. Im Cayhouse ist überdies die Fotoausstellung "Gegen die Unsichtbarkeit - zum Widerstand in Honduras" zu sehen.
Lesungen und politische Referate
Zwischen die Ausstellungen betten sich zahlreiche Highlights, die die "Lateinamerikawoche" zum Glänzen bringen. Nach einer Sonntagsmatinée fand bereits eine Lesung statt: Teresa Ruiz Rosas (Peru), mehrfach ausgezeichnete Autorin und Lehrbeauftragte für spanische Literatur und Sprache an der Universität Köln, las aus ihrem Buch "Die verwandelte Frau". Darüber hinaus waren zwei Vorträge mit den Themen "Von Mexiko bis Griechenland - Schuldenkrisen in Lateinamerika und Europa" und "Venezuela - Zwischenbilanz eines Transformationsprozesses" zu hören. Am Donnerstag, 26. Januar, referiert Andrés Schmidt vom Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. in München zum Thema "Nach dem Putsch in Honduras: Resistencia, Repression und die ,Rettung des Neoliberalismus', Beginn ist um 18 Uhr.
Kinder- und Familienfest "Fiesta Latina"
Am Samstag, 28. Januar, steigt ein großes Abschlusskonzert der Band "Chianti Protokoll" mit modernem Latin-Sound von Musikern aus Deutschland, Kolumbien, Ecuador und Österreich. Und am Sonntag, 29. Januar, dann wird die Lateinamerikawoche mit dem bunten Kinder- und Familienfest der "Fiesta Latina" abgerundet. Das Familienfest steht dieses Jahr unter dem Motto "Karneval für Alle" und wird wieder durch ein mexikanisches Puppentheater bereichert. Es findet zwischen 14.30 und 17 Uhr statt.
Die Lateinamerikawoche wird gefördert aus den Mitteln des Centrums Mission EineWelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und des Kurt-Eisner-Vereins/Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Weitere Infos und alle Veranstaltungen zur "Lateinamerikawoche" in Nürnberg finden Sie hier!


