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Friedrich warnt vor "Vernichtung von Leben"

(c) Landessynode Neu Ulm

Eine Abstimmung in dieser "heiklen Frage" ohne breit angelegte Diskussion könne "eventuell großen Schaden" anrichten, betonte Friedrich. Über manche diskriminierende Äußerungen gegenüber homosexuellen Menschen sei er "sehr betroffen und erschrocken" gewesen.

In seinem Bischofsbericht bekräftigte Friedrich seine strikte Ablehnung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Eine Untersuchung der im Reagenzglas gezeugten Embryonen auf genetische Defekte könne dazu führen, dass dieses menschliche Leben der Vernichtung preisgegeben werde. Für Menschen mit Behinderung wäre das ein "verheerendes Signal". Vom Gesetzgeber erwartet der Bischof, dass dieser in dieser ethischen Frage rechtliche Klarheit schafft. Der hohe Standard des Embryonenschutzes dürfe nicht durch die PID aufgeweicht werden.

"Angst ist ein schlechter Ratgeber"

Zur Debatte um die Integration von islamischen Migranten sagte der Bischof, dass Angst ein schlechter Ratgeber sei. Die Kirchen hätten deshalb immer wieder zu einem offenen Dialog mit dem Islam aufgerufen. Es sei Aufgabe der Christen, mit den Muslimen, die ihren Glauben im Einklang mit dem Grundgesetz lebten, das Gespräch zu suchen. So hätten die radikalen islamistischen Kräfte weniger Möglichkeit, sich zu entfalten.

Als Vorbild für die Kirche bezeichnete Friedrich die evangelischen Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften. Sie seien "Gnadenorte" und Oasen in der von Hektik und Vertrauensverlust geprägten Welt. Von den Kommunitäten gingen kostbare Impulse für eine lebendige Frömmigkeit und Spiritualität der Menschen aus.

 Lesen Sie hier den ganzen Bericht von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich!