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"Es ist Krieg. Entrüstet Euch!"
Die 30. Ökumenische Friedensdekade unter dem Motto ,,Es ist Krieg. Entrüstet Euch!“ thematisiere einmal mehr den Auslöser für eine deutsche Urangst, den Krieg, resümiert Ulrich Frey. Frey war von 1972 bis 2000 Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden und ist derzeit unter anderem Mitglied des Ständigen Ausschusses für öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche im Rheinland. In seinem Beitrag „30 Jahre Friedensdekaden in Deutschland“ wirft er einen umfassenden Rückblick auf die Historie einer Initiative, die sich im Jahre 1980 unter dem Motto ,Frieden schaffen ohne Waffen‘ in der damaligen DDR und der alten Bundesrepublik den Versuch unternahm, die Menschen zu berühren. Mit Erfolg.
„Die Friedensdekade hat sich als ein ökumenisches Netzwerk für Friedensarbeit etabliert“, so Frey. Die Friedensdekaden, die anfangs noch „Friedenswochen“ hießen, hätten über die Jahre Glaubensüberzeugungen, Erfahrungen und Kooperation mehrerer Kirchen und einer Vielzahl von Initiativen und Gruppen gebündelt. „Erfinder der Friedenswochen war der Interkirchliche Friedensrat in den Niederlanden (IKV), gegründet 1967 von neun niederländischen Kirche als Folge einer aus Basisgruppen der Gemeinden erwachsenen Friedensbewegung“, informiert Frey. Den Aufruf zur 11. Friedensdekade im Jahr 1990 unterzeichneten erstmals auch die Aktion Sühnezeichen in der DDR und INKOTA, so der ehemalige Geschäftsführer: „Das war der erste gesamtdeutsche Aufruf dieser Art.“
Eröffnungsgottesdienst in Nürnberger Friedenskirche
Die Ökumenische FriedensDekade dieses Jahr steht unter dem Motto „Es ist Krieg. Entrüstet Euch!“; kirchliche und bürgerschaftliche Friedensinitiativen, Bildungseinrichtungen und Kirchengemeinden werden sich schwerpunktmäßig mit der aktuellen Situation in Afghanistan und den Chancen friedlicher Konfliktlösungen beschäftigen. Eröffnet wird die diesjährige Dekade am Dienstag, 7. November 2010, im Rahmen eines bundesweiten Ökumenischen Eröffnungsgottesdienstes in Nürnberg: um 10 Uhr in der Friedenskirche am Palmplatz 11, Nürnberg-St. Johannis. Prediger wird Pfarrer Dr. Friedrich Schorlemmer aus Wittenberg sein, der bereits in der Friedensbewegung der damaligen DDR war.
Im Gottesdienst wirken außerdem der katholische Stadtdekan Hubertus Förster und sein evangelischer Kollege Michael Bammessel, Elisabeth Fischer für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und Hans-Günther Schramm für die Nürnberger Friedensinitiativen sowie Pfarrer Jochen Ackermann als „Hausherr“ der Friedenskirche mit. Im Anschluss an den Gottesdienst wird es im benachbarten Gemeindehaus einen Empfang geben, bei dem Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der evangelische Oberkirchenrat Michael Martin (München), der katholische Stadtdekan Hubertus Förster sowie Marina Kiroudi vom Ökumenischen Gesprächsforum, dem bundesweiten Trägerkreis der FriedensDekade, sprechen werden. Gleichzeitig informieren dort verschiedene Nürnberger Friedensinitiativen über ihre Arbeit.
Vortrag mit Friedrich Schorlemmer am 5. November im Haus eckstein!
Wer mit Friedrich Schorlemmer diskutieren und ihn bereits im Vorfeld als Vortragenden erleben will, kann dies schon am Freitag, 5. November um 19.30 Uhr im Nürnberger Haus eckstein (Burgstr. 1-3) tun. Auf Einladung der Evangelischen Stadtakademie wird er dort unter der Überschrift „’Ihr sagt Friede, Friede – und ist doch kein Friede!’ – 30 Jahre FriedensDekade in der Evangelischen Kirche“ das diesjährige Jubiläum der FriedensDekade reflektieren und überlegen, wie sich kirchliche Friedensarbeit in Zukunft organisieren muss, um Gehör zu finden.
Impulse zu den Nürnberger Veranstaltungen der Friedensdekade finden Sie hier!

