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"Einheit ganz real erleben"
Herr Martin, warum ist eine Aktion wie die "Gebetswoche für die Einheit der Christen" wichtig für die Menschen?
Michael Martin: "Bei der Gebetswoche kann ,Einheit' ganz real erlebt werden. Da geht es nicht um dogmatische Unterschiede oder kirchendiplomatische Begegnungen, sondern um den gemeinsamen Glauben, der sich im Gebet ausdrückt. Diese "spirituelle Ökumene" oder wie es die römisch-katholischen Christen sagen ,geistliche Ökumenismus' ist ein ganz wichtiger Beitrag auf dem Weg zur Einheit unserer Kirchen."
Warum ist Ökumene wichtig für die Menschen?
Martin: "Weil der Glaube an den einen Herrn, Jesus Christus, Christinnen und Christen aus allen Konfessionen verbindet und weil es dem Gebet Jesu entspricht, dass wir alle eins seien. Als Christinnen und Christen sind wir heute gemeinsam herausgefordert unseren Glauben zu bezeugen. Wir müssen gemeinsam sprechen, damit wir gehört werden. Außerdem erleben wir im ökumenischen Miteinander, wie bereichernd die Gemeinschaft von Christinnen und Christen aus unterschiedlichen Konfessionen sein kann."
Welche Gedanken und Gefühle begleiten Sie persönlich mit Blick auf das aktuelle Thema für 2012 "Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an
Jesus Christus" (1. Korinther 15, 51,58)?
Martin: "Wenn wir alle, aus unseren Kirchen mit unseren je unterschiedlichen Perspektiven uns an dem einen Jesus Christus orientieren und uns zu ihm bekennen, werden wir so verändert, dass uns klar werden wird: unsere Trennungen gehen nicht bis in die Wurzeln. Uns verbindet viel mehr, als uns trennt. Dabei geht es dann eben auch immer um Veränderung oder Umkehr vom Weg der Abgrenzung zum Weg des Miteinanders."
Herr Martin, wir bedanken uns für dieses Gespräch!


