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Ein starkes Netzwerk

(c) Diakonie Neuendettelsau

Regionalbischof Christian Schmidt eröffnete mit einem Festgottesdienst mit Rektor Her-mann Schoenauer den jährlichen Begegnungstag - der Schulchor unter der Leitung von Günther Kurz untermalte den Gottesdienst. Anschließend waren die Gäste zur Festversammlung eingeladen, in der Rektor Schoen-auer den Anwesenden deutlich machte, dass die Sozialwirtschaft in Bayern eine bedeutende Wirtschaftsbranche ist und wie erheblich sie zur Steigerung des Bruttoin-landsprodukts beiträgt. Hier gelte es auch zu investieren: in den Löhe-Campus etwa werden in den nächsten Jahren rund 30 Millio-nen Euro für Umbau, Erweiterung und energetische Sanierung fließen.

Auch im europäischen Ausland und an vielen weiteren Standorten in Deutschland hat das Werk im vergangenen Jahr investiert – schwerpunktmäßig in Bereiche der Bildung und in die Gesundheitswirtschaft. Schoenauer dankte den Mitarbeitenden des Neuendettelsauer Werks für das außerordentliche Engagement, das hier in die soziale Arbeit eingebracht wird und ehrte Mitarbeitende, die sogar seit 25 oder 40 Jahren dem Werk angehören, in diesem festlichen Rahmen. Ernste und doch aufbauende Worte richtete Bezirkstagspräsident Richard Bartsch an das Plenum: „Ich bitte um eine große Allianz für die soziale Arbeit, sagte er. Ich möchte die Angst nehmen, dass das Geld für soziale Arbeit nicht reichen wird. Aber es muss ein verständnisvolles Miteinander durch die nächsten Jahre tragen, bis die Konjunktur wieder anspringt,“ so Bartsch.

Von Nizza und Paris bis Gabun in Afrika

Im Rahmen der Versammlung wurde die Diakonissenschaft mit der Löhe-Medaille geehrt. Rektor Hermann Schoenauer übergab deshalb die Ehrung stellvertretend an drei Alt-Oberinnen – Schwester Hildburg Friese, Schwester Irmtraud Schrenk und Schwester Friedrike Bergmann. Fast 3000 Diakonissen waren es insgesamt seit 1854, der Gründung der Diakoniss-senanstalt, bis heute. In den 1930er Jahren gehörten in der Spitze über 1300 Frauen der Gemeinschaft im aktiven Dienst und im Feierabend an.

Neuendettelsauer Diakonissen waren weltweit in über 250 Orten, in über 450 Einrichtungen tätig: Von Nizza, Paris, Bratislava, über Reval, Sarata in Bessarabien bis Gabun in Afrika oder Madras in Indien – und in vielen weiteren fränkischen Städten und Gemeinden. Anhand dieser Darstellung wur-de das „vernetze Handeln“, das an diesem Tag im Mittelpunkt stehen sollte, besonders deut-lich.
Ein weiteres Mal geschah dies, als die rumäni-schen Austauschstudenten, die derzeit ein Praktikum in Deutschland absolvieren, ihren Dank dafür aussprachen, dass sie im Rahmen ihres Studiums des Sozialmanagements an der rumänisch-deutschen Universität in Sibiu für drei Monate Einblick nehmen dürfen in die Organisatorischen Bereiche der Diakonie Neuendettelsau.

Staunen, Zappeln und Kirchern

Inzwischen war das Fest entlang der Wilhelm-Löhe-Straße und in den Betrieben in vollem Gang. Passend zum WM -Jahr hatte Cheforga-nisatorin Angela Spallek ein Fußball-Event in den Mittelpunkt gestellt. „Vernetzt handeln“ wurde hier ganz anders interpretiert, als beim fulminanten Finalsieg des Teams der Gerontologen um Teamkapitän Günther Heil der Ball neun Mal in den Maschen des gegnerischen Tors landete.

Der Bereich Behindertenhilfe nahm einige kleine Jubiläen zum Anlass, sich vorzustellen. Seit 20 Jahren gibt es etwa die Offene Behindertenarbeit in Ansbach und der Korbmarkt aus der Bruckberger Werkstatt wurde zum 33sten Mal in Neuendettelsau begrüßt.
Die Neuendettelsauer Frühförderung lud bei Rainer Wenzels Konzert „Von Kopf bis Fuß“ die Familien zum Staunen, Zappeln und Kichern ein.

Am Gelände der Clinic konnten Besucher eine ganz außergewöhnliche Erfahrung machen und ein 20 Meter langes rund 3 Meter hohes Modell eines menschlichen Darms begehen. Die Besucher schlüpften dabei in die Rolle eines menschlichen Endoskops und erfuhren auf über zwanzig Metern Faszinierendes über den menschliches Darm, lernten mögliche Darmerkrankungen und wichtige Vorsorgemaßnahmen ganz spielerisch kennen.

Das Netz wird weiter gestärkt

Dr. Jürgen Schuh, Leitender Internist und Gastroenterologe wies in seinem begleiten-den Vortragsprogramm auf die große Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen hin. Jährlich sterben rund 28000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Vorsorge kann jedoch Leben retten. „Darmkrebs ist der einzige Krebs, dessen Vorstufen entdeckt und frühzeitig entfernt werden können", so Dr. Jürgen Schuh.
Vor der Laurentius-Kirche zeigten viele Gruppen ihr Können, etwa die Himmelkroner Trommelgruppe und die Volkstanzgruppe aus Obernzenn und – inzwischen legendär – die Polsinger Werkstattmusikanten brauchten das Festzelt zum beben. Der Erlös des Festes soll nun für die Ausbildungsförderung in Rumänien und die Kulturarbeit in der Behindertenhilfe verwendet werden. Damit kann viel Gutes getan werden –Standards in Europa werden angeglichen und es wird Teilhabe geschaffen. Das Netz wird weiter gestärkt.