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Ein "Hoffnungsnetz" spannen

(c) www.bayern-evangelisch.de

Über die materielle Hilfe hinaus soll die Aktion "Fastenopfer - Hoffnung für Osteuropa" laut Landesbischof Johannes Friedrich den Menschen durch den Glauben Hoffnung und Mut geben, sich nicht mit den oft fast hoffnungslosen Situationen in ihrem Alltag abzufinden. Die bayernweite Hilfsaktion sammelt sei 1992 Geldspenden, sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Hoffnung geben". Mit den Spenden sollen beispielsweise Freizeiten für Kinder in den Dörfern um Odessa finanziert und in der Nähe von Odessa soll ein Zentrum der evangelischen Kirche in der Ukraine aufgebaut werden. 

Im Festgottesdienst zur diesjährigen Eröffnung am vergangenen Wochenende würdigte Bischof Joel Ruml aus Prag, Synodalsenior der Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, die Aktion als ein gelungenes Hoffnungsnetz. Mit Worten, mit Taten, mit Spenden, mit Zeit werde die Verbreitung von Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit oder Schicksalsergebenheit verhindert, "auch wenn die äußeren Bedingungen keine guten Voraussetzungen dafür bieten".

Auf etwas Gutes hoffen

Die Spendensammlung habe eine Tradition, da sie regelmäßig einmal im Jahr wiederholt werde. Sie beginne damit, dass sich Menschen aus Ost und West in einem Gottesdienst versammelten. "Gottes Gnade steckt dahinter, dass wir in der Gegenwart nicht nur miteinander leben können, sondern auch zusammenarbeiten, einander zuhören und teilen können", sagt der Leiter der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder weiter. Die Empfänger dürften in nächster Zeit auf etwas Gutes hoffen.

Nach Überzeugung von Oberkirchenrat Michael Martin (München), der das Fastenopfer 2010 in dem Gottesdienst offiziell eröffnete, sei es manchmal nötig, erst den Raum zu schaffen, in dem Hoffnung wachsen kann. So sollen in diesem Jahr mit den Spenden ein Zentrum für Jugendarbeit in der Ukraine unterstützt und Freizeiten für die Kinder in den Dörfern um Odessa finanziert werden.

Beispiel für lebendige Ökumene

Wie die bayerische Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll bei einem Empfang im Neumarkter Landratsamt sagte, sei die Aktion durch die persönliche Wahrnehmung der Menschen aus den verschiedenen Kirchen und Ländern ein Beispiel für eine "internationale, lebendige Ökumene". Der Regensburger evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss betonte, dass die nachhaltige Hilfe im Mittelpunkt der Aktion stehe. Deshalb werde vor allem die Jugendarbeit in den ostauropäischen Kirchen in den Blick genommen.

Die Aktion "Fastenopfer" hatte die evangelische Kirche in Bayern 1991 ins Leben gerufen. Das bayerische Modell entwickelte sich zum Vorbild für die heute bundesweite Hilfsaktion "Hoffnung für Osteuropa" der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Diakonie.

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Joel Ruml aus Prag, Synodalsenior der Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, im Original-Wortlaut!