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"Die Selektion auf dem Arbeitsmarkt ist gnadenlos"
"Die Selektion auf dem Arbeitsmarkt ist oft gnadenlos", sagte Edith Nikolajsen, seit zehn Jahren Projektleiterin von "1+1", bei der Vorstellung der neuen Kampagne „Mit Rückenwind wieder zur Arbeit“. Wer zu alt, nicht fit genug oder nicht auf dem aktuellen Wissensstand sei, habe keine Chance auf einen Arbeitsplatz.
Seit Gründung der Aktion 1993 seien mit Hilfe von "1 + 1" mehr als 6500 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Ein-Euro-Jobber in diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinden entstanden. Insgesamt kamen nach Angaben des "Kirchlichen Diensts in der Arbeitswelt", der die Aktion betreut, in 16 Jahren rund 19,3 Millionen Euro zusammen. Bei der "Aktion 1+1" verdoppelt die bayerische Landeskirche jeden Spendeneuro. Die Sonntagskollekte, die am 4. Juli in allen evangelischen Gottesdiensten Bayerns gesammelt wurde, ist für das Projekt bestimmt.
„Über eine Durststrecke hinweghelfen“
In einem Statement hierzu bekräftigt Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, wie wichtig Unterstützung für arbeitslose Menschen ist. „Auch jeder Fahrradfahrer weiß, was es bedeutet, Rückenwind zu haben. Wenn die eigenen Kräfte nach einer langen Strecke zu schwinden drohen, dann kann einem eine kräftige Brise Rückenwind so über manche Durststrecke hinweghelfen und schließlich ans gewünschte Ziel bringen.“ Rückenwind ersetze freilich die eigene Bemühung des Seglers und des Fahrradfahrers nicht. „So ist es auch mit der Aktion 1+1“, so Bierbaum: „Sie kann lediglich über eine Flaute oder eine Durststrecke hinweghelfen.“
Auch das Diakoniedorf Herzogsägmühle im oberbayerischen Peiting profitiert von der Aktion. Sechs Frauen und elf Männer fanden im vergangenen Jahr durch "1+1" einen Arbeitsplatz im Tochterunternehmen "i+s Pfaffenwinkel" – zum Beispiel in der Gebäudereinigung, im Gebrauchtwarenhaus, in der Caféteria oder im Telezentrum. Dort erhalten sie Fortbildungen und pädagogische Begleitung. Im Idealfall schaffen sie nach zwei Jahren den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt.
Als Mensch und Mitarbeiterin geachtet werden
Ute Tyrna hat so wieder ins Berufsleben zurückgefunden. Die 31-Jährige arbeitet seit sechs Jahren in der Rechnungsprüfung der "i+s Pfaffenwinkel". "Ich bin glücklich über die Chance, hier arbeiten zu können und als vollwertige Mitarbeiterin geachtet zu werden", so Tyrna.
Lesen Sie hier auch das vollständige Statement von Oberkirchenrat Detlev Bierbaum „1 + 1 – Mit Arbeitslosen teilen“

