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Diakonie warnt vor überzogenen Erwartungen an das Ehrenamt
„Helft Euch selbst, sonst hilft Euch keiner, und wir schon gar nicht“. Dies scheine die politische Botschaft der vergangenen Wochen und Monate zu sein. Denn wenn die Leistungen der öffentlichen Hand im Sozialbereich immer weiter reduziert würden – als Beispiel nannte Markert die geplante Pauschalierung der Wohn- und Heizkosten für Hartz-IV-Empfänger –, dann bliebe den Bürgern und Bürgerinnen wohl nichts anderes mehr übrig, als sich noch stärker als bislang selbst für ein gelingendes Miteinander einzusetzen. Dieser Einsatz werde dann aber deutlich über das hinausgehen, was gemeinhin unter ehrenamtlichem Engagement verstanden würde.
Vor 150 geladenen Gästen im Rahmen des Jahresempfanges der Diakonie am Montag, 21. Juni, in Landshut, warnte Markert dabei vor einer Überforderung des Ehrenamtes: „Es scheint, dass die Politik ein Ehrenamt voraussetzt, das ganz selbstverständlich an der Grundversorgung einer ganzen Bevölkerungsgruppe beteiligt werden soll. Und diese Grundversorgung umfasst nicht nur Lebensmittel und Kleidung, sondern zunehmend auch Bildung und Teilhabe, umfasst selbst die Gestaltung des sozialen Nahraums.“ Beispiele aus dem Raum der Diakonie gebe es viele dafür. Markert warnte die Sozialpolitik darum davor, Armut nur zu verwalten und ansonsten auf das bürgerschaftliche Engagement zu verweisen.
Kapitulation vor der Armut
Erneut kritisierte Markert das Sparpaket der Bundesregierung. „Hier heißt Sozialpolitik offensichtlich: Menschen, für die es in der Gesellschaft keinen Platz und keinen Bedarf zu geben scheint, gibt, aufs Abstellgleis zu schieben, und vor allen Dingen: sie auch dort zu belassen!“ Dies sei die Kapitulation vor der Armut. Die Bundesregierung lege ein Sparpaket vor, das bei den Ärmsten ansetze, jene, die etwas besitzen, aber schone. „Und schließlich bleiben umstrittene Geschenke, wie etwa den gesenkten Mehrwertsteuersatz für das Hotelgewerbe, unangetastet - ebenso wie man darauf verzichtet, die Subventionsleistungen von immerhin 150 Milliarden Euro jährlich auf den Prüfstand zu stellen.“
Selbst der CDU-Wirtschaftsflügel bezeichne dies als unausgewogen. Markert erinnerte in diesem Zusammenhang an die Debatte um das Prekariat vor wenigen Jahren. „Die Debatte mag in Vergessenheit geraten sein. Die Zahl derer, die mit diesem Begriff stigmatisiert wurden, aber wächst.“
Die vollständige Rede des Diakoniepräsidenten finden Sie hier!
Quelle: Diakonie Bayern

