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Das Know-How ist da, der Wille fehlt

(c) Mission EineWelt

In einem Pressegespräch anlässlich des Jahresempfangs von Mission EineWelt betonte Peter Weigand, Direktor des Centrums, dass es weltweit genügend Nahrung gebe, und es wahrlich nicht am Know-how für die Verteilung mangele: Waffen würden schließlich auch ihren Weg in jeden Winkel der Erde finden. Allein: „Es fehlt der politische Wille, Nahrung gerecht zu verteilen!“, bekräftigte Weigand.

Uwe Kekeritz, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, unterstützte die These des Direktors von MissionEineWelt: „Politische Entwicklungshilfe ist heutzutage oft von wirtschaftlichen Interessen geleitet“, glaubt Kekeritz.

Stärkung des regionalen, fairen Handel vor Ort

Die Widersprüchlichkeit in der deutschen Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik spiegele sich durch subventionierte Billigprodukte aus dem Ausland wider, die lokale Märkte zerstörten. Die Auflösung dieser Widersprüchlichkeit bezeichnete der Fürther Politiker als Lösungsansatz.

Mission EineWelt setzt ebenfalls auf die Stärkung des regionalen, fairen Handels vor Ort mit nachhaltigen Produkten. Kekeritz hob zudem die Rolle der Kirche in der Entwicklungszusammenarbeit hervor: „Deren Engagement schafft ein öffentliches Bewusstsein für diese Problematik, das kann die Politik nicht alleine“, betonte der Politiker.

"Wir sind nicht die, die alleine den Weg aus der Krise wissen"

Direktor Weigand räumte zwar ein: „Wir sind nicht die, die alleine den Weg aus der Krise wissen.“ Jedoch könne man vor allem von der guten Vernetzung mit den Partnerkirchen in den Ländern, die direkt von Klimawandel und Nahrungsmangel betroffen sind, im gemeinsamen Kampf gegen den Hunger profitieren. Beim Jahresempfang von Mission EineWelt im Anschluss an das Pressegespräch waren rund 200 Gäste aus dem In- und Ausland vertreten.

Auch in den Grußworten der Ehrengäste spiegelte sich das Anliegen der Kampagne wieder, für eine gerechte Verteilung der weltweit ausreichend vorhandenen Nahrungsmittel zu sorgen. So betonte Dr. Walter Altmann, Moderator des Ökumenischen Rates der Kirchen und Präsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, dass das technologische Know-how zur Beseitigung des weltweiten Hungers zwar gegeben wäre, aber nicht genutzt wird.

Nahrungsmittel mit denen teilen, die weniger als genug haben

Dr. Rogate Mshana vom Ökumenischen Rat der Kirchen appellierte in seinem Festvortrag an „die reichen Länder“: Diese müssten lernen zu verstehen, was „genug Essen für heute“ bedeutet und Systeme schaffen, die Nahrungsmittel mit denen zu teilen, die weniger als genug haben. Wie wichtig nicht nur weltweites, sondern auch regionales Engagement ist, unterstrich die Ehrung ehrenamtlicher Mitarbeiter, die für und mit Mission EineWelt tätig sind – seien es Mitarbeitende in einem Eine-Welt-Laden oder Gemeindemitglieder, die Vorträge in Schulen und Partnerschaftsbesuche organisieren. 

Gäste aus 24 Kirchen weltweit sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft aus dem Inland lauschten den Vorträgen und Grußworten. Viele der Repräsentanten aus den Partnerkirchen der bayerischen Landeskirche waren zuvor Gäste oder Delegierte bei der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart gewesen (20.-27.7.). Sie werden daraus Impulse liefern für das anschließende Symposium zu „Klimawandel und Ernährungssouveränität“, das Mission EineWelt vom 29. Juli bis 1. August in Neuendettelsau veranstaltet.

Text: Daniela Obermeyer, Mission EineWelt / epd