{Abo bestellen}
Cityseelsorge an St. Jakob feiert Jubiläum
Die Kirchenpädagogin Andrea Felsenstein-Roßberg, der Münchener Beratungskollege Pfarrer Tilmann Haberer sowie Gabriele Stier, Fachfrau für „Ganzheitliche Lebensraumberatung/ Feng Shui“ werden sich dem Thema im Rahmen der Podiumsdiskussion stellen, zu der die "Offene Tür - Cityseelsorge an St. Jakob" am Freitag, 30. April, ab 16 Uhr in die Jakobskirche einlädt. Zugleich steht damit das ungewöhnliche Raumkonzept der Beratungsstelle „Offene Tür“ des Evang.-Luth. Dekanats Nürnberg im Zentrum der Feier. Denn nur selten trifft man heutzutage Seelsorge- und Beratungsräume direkt in einer Kirche bzw. in Nebenräumen eines Kirchenraumes an. „Wir haben jedoch sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Denn so ist es zum Beispiel möglich, zum Abschluss eines Beratungsgesprächs in die Kirche zu gehen und eine Kerze anzuzünden, ein Gebet zu sprechen oder einen Segen mit auf den Weg zu geben“, berichtet Barbara Hauck aus ihrem Beratungsalltag.
Die „Offene Tür – Cityseelsorge an St. Jakob“ wurde 2004 aus dem zuvor bestehenden Citydienst des Evang.-Luth. Dekanats Nürnberg heraus entwickelt. Neben dem Umzug 2005 aus den früheren Büroräumen in die Beratungsräume in der Jakobskirche, hat sich auch personell Einiges geändert. Trugen einst 2,5 hauptamtliche Kräfte die Beratungsarbeit, so hat Pfarrerin Hauck als einzige Hauptamtliche heute ein Beratungsteam von zwölf Fachleuten an ihrer Seite, die verschiedene Ausbildungen mitbringen (z.B. Psychologen, Sozialpädagogen, Seelsorgerinnen) und ehrenamtlich in der „Offenen Tür tätig sind. Das hoch motivierte Team bietet von Montag bis Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr eine offene Sprechstunde an, in die jede und jeder spontan kommen kann. Gespräche außerhalb der Nachmittags-Öffnungszeiten können jederzeit telefonisch vereinbart werden. Außerdem werden Gruppen begleitet sowie Supervision und Selbsterfahrungsgruppen angeboten.
Kirche in Sachen Seelsorge ganz hoch im Kurs
Die Gesprächskontakte sind von Anfang an kontinuierlich angestiegen. Waren es 2006 noch1.454 Kontakte, so konnten 2009 die Berater 1673 Menschen weiter helfen. In der Gruppenarbeit wurde im ersten Jahr nur eine Gruppe an sechs Terminen begleitet. In 2009 waren es bereits fünf Gruppen mit insgesamt 69 Terminen. Außergewöhnlich ist, dass die große Mehrzahl der Klienten zwischen 30 und 60 Jahre alt ist – ein Altersspektrum, das in Gottesdiensten und Kerngemeindeaufgaben der Kirche nicht so stark vertreten ist. Barbara Hauck berichtet: „Diese Menschen sagen mir direkt, dass sie die Beratungsangebote der Kirche wie z.B. die „Offene Tür“ sehr schätzen und Kirche ganz bewusst in dieser Form in Anspruch nehmen.“ Offenbar steht Kirche bei den 30- bis 60-Jährigen in Sachen Seelsorge hoch im Kurs und genießt bei ihnen einen großen Vertrauensvorschuss.
Weitere Entwicklungen in den fünf Jahren sind, dass Klienten zunehmend öfter in die „Offene Tür“ kommen und mehrere Gespräche wünschen. Auch das offene Beratungsangebot am Nachmittag wird intensiver wahrgenommen. Im Schnitt kommen drei bis vier Menschen pro Nachmittag. Auch die Zahl der Klienten, die auf Empfehlung von anderen (z.B. Pfarrer/innen, Ärzte) kommen, hat zugenommen. Dies ist zudem ein Zeichen für die wachsende Vernetzung der „Offenen Tür – Cityseelsorge an St. Jakob“. So können Klienten dort neben den Gesprächsmöglichkeiten auch Informationen über weitere Fachberatungsstellen und Unterstützungsangebote in der Stadt erhalten. Wer Kontakt zur „Offenen Tür“ aufnehmen möchte kann dies tun unter Tel.: 0911-2355811 und -209702, Mail: cityseelsorge_nuernberg@t-online.de.

